Spiel ausverkauft, wurde lange vor dem Anpfiff vermeldet. Ob danach alle Karteninhaber in der Halle waren, weiß man nicht so genau.

Von immensen Parkplatzproblemen wurde berichtet. Spiele der TusSies sind nach wie vor die Attraktion in der Sieben-Keltern-Stadt und drumherum. Und niemand musste sein Kommen bereuen. Sieg Nummer vier in der Bundesliga wurde eingetütet. Daran hat man sich in dieser Spielzeit schon gewöhnt.

Die TuS sei die Torfabrik der Bundesliga, sagte Hallensprecher Sebastian Hauenstein. Spätestens seit gestern weiß man das auch in Bad Wildungen. Gegenüber den anderen Auftritten gab es allerdings vorne und hinten kleinere Problemherde.

Nach anfänglichem Abtasten schien alles den gewohnten Gang zu nehmen. Die TuS Metzingen lag mit 9:3 in Front (15.), Shenia Minevskaja hatte Treffer Nummer acht und neun per Siebenmeter besorgt, auffällig zudem Monika Kobylinska, die auf halbrechts nichts anbrennen ließ. Ab dem 10:4 (16.) tat sich dann Erstaunliches. Die TusSies kippten aus der Spur, zumindest vier Gegentore lang. 10:8 stand es (21.), Anouk Nieuwenweg konnte sich immer wieder durch einfache Wackler in freie Wurfpositionen bringen. Überhaupt legte man defensiv eine kleine Pause ein, ließ sich auch von Außen beidseitig überraschen.

Prompte Antwort

Freilich lief es danach wieder ganz gut. Nun traf Maren Weigel aus dem Rückraum viel, sogar im Dreierpack. Der 16:9-Halbzeitstand war aber auch Isabell Roch zu verdanken, die im TuS-Kasten mit zehn Paraden aufwartete, den HSG-Angriff doch sehr ärgern konnte. „Phasenweise lief es gut, dann wieder eher durchwachsen. Wir haben vorne zu viel liegen gelassen. Mit meiner Leistung bin ich zufrieden, so kann es weitergehen“, sagte die Keeperin – und hat nebenbei schon Hälfte zwei perfekt analysiert.

Auf pinker Seite musste man sich abermals über eine 0:4-Sequenz ärgern, die das Ergebnis von 19:11 auf 19:15 (39.) brachte. Plötzlich taten sich für die HSG Lücken am Kreis auf, große Lücken. Die gnadenlose Abwehr der vergangenen Spiele wollte irgendwie nicht richtig funktionieren. Parallele zu Hälfte eins: Kurz schüttelte sich die TuS, um dann die entsprechenden Antworten zu geben. Anna Loerper ließ nach einer Fahrkarte in Hälfte eins aus sieben Metern Präzision walten, dann klappte das Unterzahl-Spiel hervorragend und die bei Strafwürfen eingewechselte Jasmina Jankovic hielt deren zwei, einen sogar sicher (46.). Einen haute der Gast in der Verzweiflung dann noch vorbei. Über 23:17 (46.) ging es zum 29:22-Endstand. Etliche Möglichkeiten verschmähten die TusSies, bei denen es wieder zügig voran ging, sobald der Ball in eigenem Besitz war, noch.

Es wäre aber sicher nicht richtig, nach einem überzeugenden Sieg sich nun zu lange an den Fehlern aufzuhalten. Da wird der Trainer die passenden Worte finden, aufgefallen ist es ihm natürlich auch.

EHF-Pokal am Samstag

„Insgesamt bin ich zufrieden, es war ein gutes Spiel gegen einen erwartet starken Gegner. Nach Schwächephasen sind wir mit einer guten Abwehr und unseren schnellen Gegenstößen wieder ins Spiel gekommen“, sagte René Hamann-Boeriths, für den praktisch mit dem Abpfiff die Vorbereitung auf das EHF-Pokalspiel am Samstag begann.

Um 19.30 Uhr erwartet man dann die HSG Blomberg-Lippe. Den Gegner kennt man, der die TuS allerdings auch.

TuS Metzingen: Jankovic, Roch – Zapf (2), Amega (1), Kobylinska (5), Loerper (5/4), Minevskaja (6/4), Ingenpaß, Großmann (2), Weigel (3), Obradovic (2), Beddies (2), Behnke (1).

TuS Metzingen   HSG Bad Wildungen Vipers
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