Kurz mal jubeln nach dem Heimsieg gegen die HSG Wetzlar, zwei Mal trainieren und weiter geht die wilde Fahrt im Saisonendspurt Richtung Hauptstadt zu den Füchsen Berlin. In der Max Schmeling Halle hat der HBW Balingen-Weilstetten am drittletzten Spieltag nichts zu verlieren und kann nur gewinnen. Spielbeginn ist am Samstagabend, um 20.30 Uhr.

Selten sah man in dieser Saison die Gallier nach dem Schlusspfiff so ausgelassen jubeln, wie nach dem Heimsieg gegen die HSG Wetzlar. Das lag zum einen natürlich daran, dass sie zwei weitere, extrem wichtige Punkte im Kampf um den Klassenerhalt einsammeln konnten, aber auch daran, dass sie endlich wieder mit ihren Fans jubeln und feiern konnten. Den Jubel und die Feier mit den Fans hatten sich Jona Schoch und Co auch redlich verdient. Mit einer mannschaftlich geschlossenen Leistung haben sie als Außenseiter erneut gegen einen Favoriten gepunktet und sich für die letzten drei Spiele in eine gute Ausgangslage im Kampf um den Klassenerhalt gebracht.

Wenige Stunden später, am Donnerstagvormittag war der Heimsieg aber ganz schnell abgehakt. Die Vorbereitung auf das Spiel gegen die Füchse Berlin forderte die Aufmerksamkeit der gesamten Truppe. In der ersten von zwei Trainingseinheiten ließ es der HBW-Coach noch langsam angehen, aber seine Zielvorgabe für Samstagabend steht. „Das Spiel gegen Wetzlar war gut, aber wir brauchen mindestens noch einen Sieg und deshalb möchten wir in Berlin gewinnen“, machte er deutlich, dass die Gallier nichts zu verschenken haben. Dass zwei Punkte ein ambitioniertes Ziel sind, weiß der Sportwissenschaftler auch, zumal ihm mit Fabian Wiederstein und Kristian Bećiri nicht nur beide Kreisläufer sehr wahrscheinlich ausfallen werden, sondern damit dann auch zwei ganz wichtige Bausteine aus dem Innenblock seiner 6/0-Abwehr fehlen würden. „Wir möchten bei ihnen im Hinblick auf das Heimspiel gegen die TSV Hannover-Burgdorf in der kommenden Woche kein unnötiges Risiko eingehen“, meinte Bürkle und vertraut in der Hauptstadt auf Tobias Heinzelmann und möglicherweise auf Lars Röller aus dem Balinger Perspektivkader.

Der HBW-Coach weiß aber auch, dass seine Mannschaft in dieser Saison in der Lage ist, auswärts auch mal überraschend zu punkten. Die Füchse haben sich in den letzten Wochen zwar im Vergleich zum Frühjahr deutlich gesteigert, aber sie haben bis Samstag den Nachteil, dass sie einen Tag weniger Pause haben als die Gallier. Der hochverdiente 29:33-Auswärtssieg bei der SG Flensburg/Handewitt hat die Qualitäten der Hauptstädter deutlich unterstrichen, aber bei der Hitze, die in der Flens Arena herrschte, auch viel Kraft gekostet. „Es wird in diesem Spiel auf die Einstellung und die körperliche Frische ankommen“, hofft der HBW-Coach, dass seine Mannschaft trotz der langen Auswärtsfahrt ihre derzeit mentale Stärke auf die Platte bringen kann.

So wie der Auswärtssieg der Berliner in Flensburg für sie historisch war, wäre ein Auswärtssieg der Gallier in der Hauptstadt historisch. In elf Spielen seit 2007 haben die Schwaben in Berlin noch nie gepunktet. Insgesamt spricht die Statistik klar für den Tabellenfünften. 23 Mal standen sich die zwei Mannschaften gegenüber und nur einmal, am 20. Oktober 2019 konnten die Gallier mit 31:30 in der Balinger SparkassenArena gewinnen. Drei Mal trennten sich die zwei Mannschaften unentschieden und 19 Mal gingen die Punkte nach Berlin.

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