Er ist das, was man als Urgestein bezeichnet. Seit den Minis war Philipp Hackl beim HC Hedos Elgersweier aktiv, jetzt hat der Handballer seine Karriere beendet. Nicht unerwartet, aber still. Wie so viele andere in dieser unwirklichen Corona-Zeit. Ganz sagt Hackl dem Handball aber nicht ade.

„Die Prioritäten verschieben sich. Ich will nicht mehr spielen und einfach an den Wochenenden frei sein“, begründet Philipp Hackl, der künftig Teammanager in der neuen SG Ohlsbach/Elgersweier sein wird, seinen Entschluss. 

„Tragende Rolle“

„Philipp war für die Mannschaft ungemein wichtig“, sagt Michael Kempf, der sportliche Leiter des HC Hedos. Als Torschütze, als Abwehrstratege, vor allem auch als Mannschaftskapitän. „Er hatte eine tragende Rolle und ist in der Öffentlichkeit doch immer in der zweiten Reihe gestanden“, bedauert Kempf

Abschied mit Ansage

Der Abschied kam bei Philipp Hackl mit Ansage. Schon vor einem Jahr wollte er aufhören. Doch angesichts der sich abzeichnenden Personalnot und den damals noch nicht ausgereiften Plänen, eine Spielgemeinschaft mit dem SV Ohlsbach einzugehen, hat sich der bald 31-Jährige zum Weitermachen überreden lassen. „Ich habe versucht, noch mal zu helfen“, sagt er und fügt lächelnd an: „Irgendwie hat es dann ja hingehauen.“


Nach einer nicht einfachen Saison hat der HC Hedos den Klassenerhalt in der Südbadenliga geschafft und der neuen SG mit dem SV Ohlsbach den Weg in die höchste Verbandsklasse geebnet. 

Glück mit Verletzungen

Für Philipp Hackl endete eine schöne aktive Zeit. „Ich war nie groß verletzt. Da hatte ich ziemlich Glück.“ Schon als A-Jugendlicher spielte der Rückraumakteur in der ersten Mannschaft und bekam die Bandbreite des Sports zu spüren. „Im ersten Jahr sind wir fast aus der Landesliga abgestiegen, ein Jahr später in die Südbadenliga aufgestiegen.“ Diesen Aufstieg als ganz junger Spieler zu erleben, war für Hackl einer der schönsten Momente. 

Wandlung des HC Hedso miterlebt

Vor allem hat er die Wandlung des HC Hedos vom Abstiegskandidaten zur etablierten Südbadenliga-Mannschaft unter der Trainer-Ära von Ex-Profi Daniel Kempf erlebt. „Anfangs hatten wir in Elgersweier ja noch Harzverbot. Oft hieß es, dass wir nur deshalb zu Hause gewinnen“, erinnert er sich, „doch als das Harzverbot aufgehoben war, spielten wir eine bessere Saison als zuvor.“ Mit Leidenschaft und Herzblut gab es so auch die Anerkennung der Vereine in der Region, die auf mehr Tradition zurückblicken konnten. 

Spiel in Muggensturm Riesenhighlight

Vor sechs Jahren schnupperte Elgersweier kurz an den Aufstiegsspielen zur BW-Oberliga. Zum Finale in Muggensturm wurde sogar ein Fanbus gechartert. „Wir haben leider verloren. Es war aber ein Riesenhighlight“, denkt Hackl gerne zurück an die erfolgreichste Hedos-Saison mit Rang drei. 

Bindeglied in der neuen SG

Corona ist es nun geschuldet, dass der gebührende große Abschied ausgefallen ist. Andererseits: So richtig weg ist der Angestellte im öffentlichen Dienst beim Landratsamt in seiner neuen sportlichen Aufgabe nicht. „Ich will auf einem unkomplizierten Weg Bindeglied zwischen Hedos-Vorstand und Mannschaft in der SG sein“, erläutert er. 

Prioritäten verschoben

Er will auch weiterhin mittrainieren, „weil ich mich gerne bewege“. Und er in den vergangen Monaten bemerkt hat, dass der Abstand vom Handball zwar ganz gut getan hat, „dass ich mich vom Handball aber auch nicht ganz lösen kann“. Doch die Prioritäten haben sich verschoben, deshalb war auch in der zweiten Mannschaft spielen genauso wenig eine Option wie als Trainer im Jugendbereich zu arbeiten. 

„Sport sehr gewissenhaft betrieben“

„Ich habe dem Handball viel untergeordnet, habe während der Saison nie Urlaub gemacht und meinen Sport immer sehr gewissenhaft betrieben. Es war mir einfach wichtig, dass man sich auf mich verlassen konnte“, betont Hackl. 
Genau das prädestiniert ihn nun auch für die neue Aufgabe. 

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