Offenburg. Um ihr Amt nicht zu beneiden, sind derzeit die Spielplaner in diversen Sportarten.

Wann beginnen? Wann aufhören? Welchen Modus spielen? Corona lässt keine verlässlichen Antworten zu. Einige Spielplaner haben Alternativen erstellt, manche nehmen die Vereine mit ins Boot. So hat der Südbadische Handball-Verband (SHV) derzeit eine Umfrage unter den auf SHV-Ebene vertretenen Vereinen laufen. Eine normale Runde spielen oder eine verkürzte Runde in zwei Gruppen mit Meister- und Abstiegsrunde – das ist die Auswahl für die Vereine, die bis heute ihre Präferenzen dem Verband rückmelden sollen. Am 15. Juli will der SHV dann in einer Sitzung eine Entscheidung treffen. Eine erste Tendenz ist schon ersichtlich: „Viele bevorzugen die verkürzte Runde“, erklärt Ansgar Huck, Vizepräsident Spieltechnik im SHV. Was wichtig ist: Es gibt endlich ein Ziel. Saisonstart soll am 3./4. Oktober sein.

 

Angst vor Lockdowns


Gäbe es eine normale Runde, würde das Spieljahr Mitte Juni enden, Ausweichspieltage wären nur am 19./20. Dezember 2020 sowie an Christi Himmelfahrt 2021. Doch Huck warnt: „Sollte sich der Beginn verzögern oder zwischendurch ein Spielverbot zur Absage von Spieltagen führen, wäre die komplette Durchführung der Spielrunde nicht mehr gewährleistet.“ Im Klartext: Keine Modus-Veränderung im Vergleich zu den Vorjahren würde auch keine Flexibilität bei Lockdowns bedeuten.

 

Deshalb präferiert der Verband einen Modus unter dem Motto: „Regionale gefolgt von leistungsorientierter Einteilung.“ Südbadenliga und Landesligen Männer und Frauen werden in je zwei Vorrunden-Gruppen aufgeteilt. Die Vorrunde wird in Hin- und Rückspielen gespielt. Es folgt eine Endrunde, die geteilt in Meister- und Abstiegsrunde wird (siehe Hintergrund links).

Mehr Flexibilität

Für den Verband wäre bei dieser Variante entscheidend: Flexibilität was den Beginn der Runde und einen lokalen Lockdown betrifft, weniger Spiele und höhere Sicherheit einer sportlichen Entscheidung.

Gespielt wird in der Endrunde nur gegen die Mannschaften der anderen Vorrundengruppe. Nur die Ergebnisse aus den Spielen der Vorrunde gegen die Mannschaften, die ebenfalls in derselben Endrundengruppe spielen, werden übernommen. Die Endrunde würde zwischen dem 6./7. Februar und 8./9. Mai gespielt werden.

 

Der Hauptvorteil dieser Variante mit geteilten Gruppen wäre die Flexibilität. Bei einem lokalen Lockdown könnte die Endrunde gekürzt werden. „Da wäre eine Vielzahl an Szenarien denkbar“, so Huck. Die Anzahl der Spiele würde sich bei 16 Mannschaften von 30 auf 22 Saisonspiele reduzieren.

 

Vorschlag des Verbandes


Zur Gruppeneinteilung gibt es einen Vorschlag des Verbandes. Sie erfolgte nach geografischen Gesichtspunkten. Einzig bei der Südbadenliga Männer weicht der Vorschlag davon ab. Grund: Bei einer rein geografischen Einteilung hätten Hofweier, Ohlsbach/Elgersweier, Oberkirch und die Mannschaften des Bezirks Rastatt die Nordgruppe gebildet. Dann wäre aber, orientiert man sich an den Platzierungen der Saison 2019/20, ein leistungsmäßiges Ungleichgewicht zu Lasten der Nordgruppe entstanden, da sieben der in der vergangenen Runde im mittleren und unteren Bereich der Tabelle platzierten Mannschaften der Südgruppe zugeordnet werden. Um das abzufedern, wurden die Mannschaften in vier Leistungskategorien auf Basis der Vorjahresplatzierung eingeteilt:

 

LK1: Hofweier (1), Altenheim (2), Oberkirch (3), Kappelwindeck/Steinbach (4).

LK2: Muggensturm/Kuppenheim, Sinzheim, Herbolzheim, Ohlsbach/Elgersweier.

LK3: Helmlingen, Meißenheim, Köndringen/Teningen II, HU Freiburg.

LK4: Oberhausen, Baden-Baden II, Ehingen, Ottenheim.

 

Die Mannschaften aus LK1 wurden streng nach Vorjahresplatzierung in die Gruppen Nord (1 Hofweier, 4 Kappelwindeck/Steinbach) und Süd (2 Altenheim, 3 Oberkirch) verteilt. Aus allen anderen Leistungskategorien wurden die Mannschaften nach geografischen Gesichtspunkten zugeordnet. So sollte ein Kompromiss zwischen ausgewogener Stärke und regionalen Gesichtspunkten entstehen, der auch den Wegfall von Derbys minimiert.

 

Verlierer bei dem Verbandsvorschlag wäre der TuS Altenheim, der in einer anderen Gruppe als Meißenheim, Ottenheim und Hofweier, alles zugkräftige Derby-Gegner, eingeteilt wäre. „Wir sind so nicht ganz einverstanden“, sagt dann auch TuS-Funktionär Karl-Heinz Jund, weiß aber auch: „Der Verband hat es gut gemeint, aber sollte natürlich auch berücksichtigen, dass die Vereine auch Derbys haben, schließlich sind sie schon gebeutelt genug.“

Altenheim als Verlierer

In ihrer Stellungnahme sprechen sich die „Aldner“ deshalb erst mal für eine normale Runde nach altem Modus aus – „aber nur, wenn sie am 19. September beginnt“, so Jund, „denn bis Mitte Juni wollen wir nicht spielen“. Käme es zu zwei Gruppen, wolle man eine andere Aufteilung.

Beim TuS Ottenheim hat Trainer Ulf Seefeldt bei einer Umfrage innerhalb der Mannschaft die Stimmung als „fifty-fifty“ wahrgenommen. „Einige wollen einfach alle 30 Spiele machen. Für nur 22 Spiele spricht, dass man immer die Gefahr eines Lockdown während der Saison hat.“ Grundsätzlich findet der Coach schade, dass in der Südbadenliga der Männer die Vereine aus dem Bezirk Rastatt und Freiburg ihre Derbys haben, die Ortenau aber „zerschnitten“ wurde. Persönlich gefällt ihm der Modus mit zwei Gruppen nicht schlecht: „Es ist was anderes. Und grundsätzlich ist es gut, dass sich der Verband Gedanken gemacht hat und auch die Vereine bei dieser Entscheidung mitnehmen will.“

 

Für das Männer-Team votierte der TuS jedenfalls für die verkürzte Variante mit zwei Gruppen. Nicht zuletzt auch, weil in Ottenheim nicht immer die Halle zur Verfügung steht. „Müssten wir bis in den Juni spielen, stellt sich zudem auch die Frage, wann die Vorbereitung zur neuen Saison wieder beginnen soll“, so Seefeldt.

 

Nicht ganz so begeistert war zunächst Kollege Michael Bohn von dem Vorschlag der zwei Gruppen. „Aber bis in den Juni spielen, geht auch nicht“, sagt der Trainer des HGW Hofweier, der sich inzwischen mit dem Modus anfreunden könnte: „Er klingt interessant. Da musst du in jedem Spiel Vollgas geben.“ Die Gruppe, in der sein Verein eingeordnet ist, sieht er deutlich stärker als die Parallelgruppe. Sportlich glaubt er, dass es beispielsweise der TuS Altenheim leichter hätte, „dass ihnen die Derbys fehlen, ist natürlich bitter“.

 

„Äußerst interessant“


Beim TV Oberkirch ist man froh, dass es überhaupt weitergeht. „Die Gedanken, die sich der Verband gemacht hat, finden wir durchgehend positiv. Die Südbadenliga in zwei Gruppen leistungsorientiert einzuteilen ist nicht einfach, da in der vergangenen Runde bis auf Steißlingen jeder jeden schlagen konnte. Eine Auf- und Abstiegsrunde ist äußerst interessant, auch für die Zuschauer“, so TVO-Abteilungsleiter Frank Brandstetter, zumal „weniger Spiele auch mehr Ausweichmöglichkeiten bieten“.

 

Eine Aufteilung der 16 Mannschaften in zwei Gruppen mit Meister-und Abstiegsrunde gefällt auch dem TuS Helmlingen. „So haben wir direkt Druck im Kessel, und es gibt keine Ausreden. Wenn wir in die Aufstiegsrunde wollen, müssen wir von Anfang an Gas geben – und das wollen wir“, sagt Trainer Ralf Ludwig.  

Termine für Oberliga

Auch für die Oberliga der Männer und Frauen wurden in diesen Tagen von Handball Baden-Württemberg Planspiele verschickt. Allerdings mag an die Termine 12. September (Männer) und 19. September (Frauen) keiner glauben, zumal die Vereine sechs Wochen vorher über den Beginn informiert werden sollen. So hat der Verband bereits drei Alternativ-Termine für den Saisonstart der Oberligen mitgeteilt: 3./4. Oktober, 5./6. Dezember und 23./24. Januar.

 

Noch keine Testspiele erlaubt

Mittlerweile sind viele Handball-Teams wieder im Training, noch sind aber keine Testspiele erlaubt. „Da sind wir von der Politik abhängig“, erklärt Ansgar Huck. Was das Hygiene-Konzept sowie den Umgang mit Corona-Fällen innerhalb einer Mannschaft, erforderlichen Spielverlegungen oder auch dem Verbot der Nutzung einer Halle während der Saison betrifft, hofft man auf eine Vorgabe des Deutschen Handball-Bundes. „Dann wird das alles in den Durchführungsbestimmungen für die neue Saison enthalten sein“, kündigt Huck Klarheit für Verband und Vereine an.

 

Vorschlag Gruppeneinteilung


Südbadenliga Männer:

Nord: TVS Baden-Baden II, TuS Helmlingen, HGW Hofweier, SG Kappelwindeck/Steinbach, HTV Meißenheim, SG Muggensturm/Kuppenheim, TuS Ottenheim, BSV Phönix Sinzheim.

Süd: TuS Altenheim, TV Ehingen, SG Ohlsbach/Elgersweier, HU Freiburg, TV Herbolzheim, SG Köndringen/Teningen II, TuS Oberhausen, TV Oberkirch.

 

Endrunde: Plätze 1 – 4

Abstiegsrunde: Plätze 5 – 8

 

Landesliga Nord Männer:

Nord 1: SG Freudenstadt/Baiersbronn, TuS Großweier, HSG Hardt, TuS Helmlingen II, ASV Ottenhöfen, TS Ottersweier, HR Rastatt/Niederbühl, BSV Phönix Sinzheim II.

Nord 2: TuS Altenheim II, HSG Hanauerland, HGW Hofweier II, HSG Ortenau Süd, TuS Ringsheim, SG Scutro, TuS Schutterwald II, SV Zunsweier.

 

Endrunde: Plätze 1 – 4

Abstiegsrunde: Plätze 5 – 8

 

Landesliga Süd Männer:

Süd 1: SG Allensbach/Dettingen-Wallhausen, SG Gutach/Wolfach, HSG Konstanz III, HSG Mimmenhausen/Mühlhofen, SG Schenkenzell/Schiltach, TV St. Georgen, TuS Steißlingen II.

Süd 2: HSG Dreiland, HU Freiburg II, HandBall Löwen Heitersheim, TB Kenzingen, SG Maulburg/Steinen, HG Müllheim/Neuenburg, TV Todtnau, SG Waldkirch/Denzlingen.

 

Endrunde: Plätze 1 – 4

Abstiegsrunde: Plätze 5 – 8

 

Südbadenliga Frauen:

Nord: SG Dornstetten, TV Friesenheim, SG Kappelwindeck/Steinbach II, SG Muggensturm/Kuppenheim, SG Ohlsbach/Elgersweier, TS Ottersweier, BSV Phönix Sinzheim.

Süd: SV Allensbach II, HSG Dreiland, HSG Freiburg II, HSG Mimmenhausen/Mühlhofen, TuS Ottenheim, TV Todt-nau.

 

Endrunde: Plätze 1 – 4 bzw. 1 – 3

Abstiegsrunde: Plätze 5 – 7 bzw. 4 – 6

 

Landesliga Nord Frauen:

Nord 1: SG Baden-Baden/Sandweier, Panthers Gaggenau, TuS Helmlingen, SG Muggensturm/Kuppenheim II, HSG Murg, HR Rastatt/Niederbühl.

Nord 2: TuS Altenheim, TV Gengenbach, TB Kenzingen, HSG Meißenheim/Nonnenweier, ASV Ottenhöfen, SG Scutro, SG Willstätt/Auenheim.

 

Endrunde: Plätze 1 – 4 bzw. 1 – 3

Abstiegsrunde: Plätze 5 – 7 bzw. 4 – 6

 

Landesliga Süd Frauen:

Süd 1: SV Allensbach III, TV Ehingen, SG Gutach/Wolfach, SG Hornberg/Lauterbach/Triberg, HSC Radolfzell, TuS Steißlingen II.

Süd 2: HSG Freiburg III, SF Eintracht Freiburg, ESV Freiburg, SG Köndringen/Teningen, SG Maulburg/Steinen, SG Waldkirch/Denzlingen, TSV Alemannia Freiburg-Zähringen.

 

Endrunde: Plätze 1 – 3 bzw. 1 – 4

Abstiegsrunde: Plätze 4 – 6 bzw. 5 – 7

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