„Auf der Anzeigetafel das bessere Team sein“: HSG Konstanz mit erstem Heimspiel seit zwei Monaten gegen Eisenach. Spielanpfiff: Samstag, 20 Uhr, Schänzle-Sporthalle.


Lange mussten sie sich gedulden. Am Samstag, 20 Uhr, ist die Wartezeit nach knapp zwei Monaten ohne Heimspiel im Hexenkessel „Schänzle-Hölle“ für die Zweitliga-Handballer der HSG Konstanz vorbei. Mit einem wichtigen Heimspiel gegen den ThSV Eisenach startet die HSG in die heiße Phase im Kampf um den Klassenerhalt in der 2. Bundesliga. Sein Debüt feiert dabei Winter-Neuzugang Markus Dangers. Tickets sind schon ab 12 Euro unter www.hsgkonstanz.de/tickets erhältlich.

Viermal trafen sich Konstanz und Eisenach in den letzten neun Monaten. Das verbindet. Die Clubs – und beide Fanlager sowieso. So organisieren die HSG-Fans für die mitreißenden Anhänger aus Thüringen einen Stadtrundgang in der größten Stadt am Bodensee und ein gemütliches Beisammensein am Freitagabend. Am Samstag wird die Freundschaft jedoch auf und neben dem Spielfeld für 60 Minuten ruhen. Für beide Mannschaften steht ein richtungsweisendes Duell bevor. Eines, in dem sich die Gastgeber nur zu gerne Luft im Kampf um den Klassenerhalt verschaffen würden und Wiedergutmachung für die äußerst unglückliche 26:27-Hinspielniederlage betreiben wollen. Damals führten die Konstanzer lange mit sechs Toren und hatten den Auswärtssieg schon vor Augen, schenkten allerdings den komfortablen Vorsprung binnen Minuten her und mussten am Ende völlig geknickt die weite Heimreise antreten. Michael Haßferter hatte den – vermeintlich – letzten Wurf schon toll pariert, doch der Ball prallte statt ins Tor- ins Seitenaus. Per Buzzerbeater traf der kroatische Neuzugang Ante Tokic mit der Schlusssirene mitten ins Herz der Gelb-Blauen. „Das war die extreme Blaupause, was uns in der Hinrunde abhandengekommen ist“, erinnert sich Daniel Eblen an die schmerzhafte Erfahrung und sagt: „Das sind die Sachen, aus denen man lernen muss. Wir waren sehr grün. Ich denke, wir haben daraus gelernt.“ Vor allem in Sachen Mentalität und Abgezocktheit sollte seine Mannschaft in engen Phasen nun weiter sein, wenn sie auch immer noch manchmal dazu neigt zu überdrehen oder zu vorsichtig zu agieren und dabei in die Extreme verfällt.

Ob Konstanz gegen den 31 Jahre lang in der höchsten Liga der DDR und zehn Jahre in der 1. Bundesliga vertretenen Traditionsverein wieder auf die Erfahrung der zuletzt fehlenden Top-Torschützen Paul Kaletsch und Tom Wolf sowie Neuzugang Felix Jaeger und Felix Krüger bauen kann, wird sich erst kurzfristig am Spieltag entscheiden. Auf der Gegenseite stehen mit Balz Voncina (36), Stanislaw Gorubtschuk (31), Adrian Wöhler (32) und Duje Miljak (36) ganz erfahrene Stützen im Aufgebot. „Dazu kommen junge Spieler mit ganz viel Talent wie Yoav Lumbroso“, so der HSG-Coach. „Die internationale Mannschaft ist sehr gezielt zusammengestellt worden, das sieht man. Auf jeder Position gibt es mindestens zwei Spieler, die das entsprechende Niveau haben.“ Selbiges bescheinigt Trainerikone Sead Hananefendic der HSG Konstanz ebenfalls. „Eine eingespielte Mannschaft mit starkem Rückraum und gutem Zusammenspiel mit dem Kreisläufer, schnellen Flügelspielern, die einen modernen Handball pflegt, explosiv und willig, hätte durchaus mehr Punkte haben können“, konstatiert der 71-Jährige.

Eine neue gewichtige Option  bietet sich den Konstanzern seit Dienstag mit dem nachverpflichteten Kreisläufer Markus Dangers. Der in 58 Spielen 204 Mal für den Schweizer Vizemeister Pfadi Winterthur erfolgreiche Kreisläufer bringt mit 103 Kilogramm bei 1,90 Meter Körpergröße eine ungeheure Durchschlagskraft mit. „Ein netter Kerl, körperlich sehr fit“, freut sich Daniel Eblen. „Er könnte uns im Angriff zügig helfen. Michel Stotz hat sich allerdings in den letzten Monaten auch toll entwickelt, vor allem in der Abwehr. Zusammen mit Markus im Angriff ist das ein wichtiger Entwicklungsschritt. Das wollen wir für uns nutzen.“ Außerdem setzt der 45-Jährige große Hoffnungen auf die langersehnte Rückkehr in die „Schänzle-Hölle“ und den Rückhalt – gerade in den entscheidenden Situationen – von der Tribüne. Denn von guten Leistungen ohne Lohn hat man genug bei der HSG. Die entscheidenden Phasen so zu gestalten, dass „wir auch auf der Anzeigetafel das bessere Team sind“, so der Übungsleiter, ist das Ziel, für das alle sehr intensiv und zielstrebig arbeiten. Als sehr junge Mannschaft besteht die größte Herausforderung nach wie vor darin, es sich zu behalten, in der Defensive mit viel Herz zu spielen und nach Überqueren der Mittelinie, so formuliert der gebürtige Konstanzer bildlich, „das Hirn übernehmen zu lassen. Das ist so wichtig, aber für eine junge Mannschaft sehr schwer.“ Die richtige Balance muss nun passen, denn nun geht es nur darum Punkte zu holen, wie er unterstreicht. Eblen: „Wir gehen jedes Spiel an, um Zählbares zu holen. Das kann man jetzt schon als heiße Phase bezeichnen. Ich hoffe, am Samstag platzt der Knoten hinsichtlich der entscheidenden Szenen. Dann können wir gegen jede Mannschaft der Liga punkten.“

Das Spiel wird live und kostenlos auf www.hsgkonstanz.de/livestream übertragen.

Rund um das Heimspiel

Tickets sind schon ab 12 Euro online unter www.hsgkonstanz.de/tickets erhältlich. Mit dem PDF auf dem Smartphone oder dem Print@Home-Ticket können zudem lange Warteschlagen an der Abendkasse einfach umgangen werden.

Im Foyer werden am Fanartikelstand am Eingang zu Block A Kalender, Autogrammkarten, Schals, Socken, Trikots und Gutscheine angeboten. Neben den nur bei früher Anreise freien Parklätzen an der Halle dient der nur wenige Minuten entferne Großparkplatz am Bodenseeforum als Ausweichplatz. Nach der Partie wird auf dem Spielfeld die Pressekonferenz mit beiden Trainern stattfinden. (Bild: Elser)

HSG Konstanz  ThSV Eisenach

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