„Gut spielen, an uns arbeiten und weitere Schritte vorwärts machen“.


Noch einmal muss die HSG Konstanz in dieser Saison reisen. Am Samstag steht beim TuSEM Essen das vorletzte Spiel an, ehe am 2. Juni in heimischer Halle der Saisonabschluss gefeiert wird. Konstanz hat zwar weiter mit großen Verletzungssorgen zu kämpfen, möchte aber den Aufwärtstrend der letzten Wochen fortführen und die bislang magere Punktausbeute in der Fremde ausbauen.

Denn trotz des besiegelten Gangs in die 3. Liga war der 24:21-Sieg gegen den HC Elbflorenz Dresden ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung, über den sich auch ein wenig gefreut werden konnte. Wurde die Defensive im Zusammenspiel mit den Torhütern zuletzt oft gescholten, so sprechen lediglich 21 Gegentore nun eine klare Sprache. Es geht aufwärts nach intensiver Arbeit an den Schwachstellen. Das gilt auch für das Entscheidungsverhalten in kritischen Situationen, das die HSG schon viele Punkte in engen Partien gekostet hat. Nicht so gegen die Sachsen. Trotz offener Deckung in den letzten Minuten behielt die HSG mit einem ganz jungen Aufgebot die Nerven – und holte sich Heimsieg Nummer sieben.

Auswärts hingegen fand die HSG in dieser Spielzeit zu selten konstant über die volle Spielzeit zu ihrem Leistungsvermögen. Zwei Siege und ein Unentschieden in 18 Anläufen sind die magere Bilanz. Doch HSG-Cheftrainer Daniel Eblen hofft, dass die Verbesserungen und kleinen Schritte nach vorne auch in Essen fortgesetzt werden. „21 Gegentore in der zweiten Liga sind ein guter Wert“, sagt er und freut sich: „Der Verbund aus Abwehr und Torwart hat wieder besser funktioniert.“ Und endlich war es einmal sein Team, das in den „wichtigen Situationen“, so der A-Lizenzinhaber, „den Schalter gefunden hat und cleverer war.“ Doch zugleich schränkt er ein: „Es war ein kleiner Fortschritt zu sehen. Aber das Spiel war auch nicht so eng, wie unsere Partien davor.“

Dennoch überwog im Nachhinein das Gefühl der Verbesserung, des Aufbäumens und der Weiterentwicklung, gerade mit Blick auf die nächste Spielzeit. „Nach der Begegnung in Hagen war es absehbar, wohin es geht“, erklärt der HSG-Coach und hat diese Woche somit wenig Trauer und erst Recht keine Resignation feststellen können. „Wir haben voll auf Dresden hingearbeitet, konnten uns aber trotzdem auf die Entscheidung gegen uns vorbereiten. Es ist eben nicht in einem Spiel kurz vor Schluss der Hammer über uns eingestürzt.“ Stattdessen herrschte Befreiung nach einem guten Spiel.

Zumal noch mehr positive Erkenntnisse daraus gezogen werden konnten. Etwa jene, dass Tom Wolf, wie Eblen sich ausdrückt, „der entscheidende Mann war und die Abwehr sehr stark zusammengehalten hat.“ Darüber hinaus glänzten die Youngster Samuel Löffler und Samuel Wendel – Jahrgang 1998 und 1996 – und deuteten an, dass sie große Verstärkungen sein können. „Das hat Spaß gemacht, die beiden haben sehr gut gespielt“, lobt Eblen, der nach dem Duell viele positive Rückmeldungen aus Fankreisen erhielt, die seine Mannschaft zuvor mit stehenden Ovationen gefeiert hatten. „Das ist ganz wichtig für uns“, meint er zur bemerkenswerten Reaktion. „Es wird gewürdigt, dass wir alles versucht und große Spiele daheim gemacht haben – auch wenn wir nicht alle gewonnen haben.“

Bei dem Vorhaben, auch auswärts wieder über die volle Distanz zu überzeugen, muss die HSG Konstanz jedoch neben zwei Langzeitverletzten erneut auf Kapitän Fabian Schlaich, Co-Kapitän Mathias Riedel und möglicherweise weitere angeschlagene Akteure verzichten. Immerhin steht die Ampel bei Michael Oehler wohl wieder auf grün. Die junge Garde der HSG freut sich indes auf weitere Chancen und Einsatzzeiten, obwohl es die Aufgabe beim dreifachen Deutschen Meister und Pokalsieger sowie ehemaligen Europapokalgewinner in sich hat. In den letzten zehn Spielen gab es nur zwei Remis und eine Niederlage – ansonsten gewannen die Nordrhein-Westfalen alles. Prunkstück des jungen Teams ist dabei der „tolle Angriff“, schwärmt Eblen, den Essen „immer wieder zur Geltung bringt. Egal gegen wen.“

Die sechstbeste Offensive der Liga hat dem Tabellenzehnten schon früh den Klassenerhalt beschert. Das Spiel der Gastgeber aus dem Ruhrgebiet zeichnet sich durch hohes Tempo und im Rückraum durch hohe Flexibilität und Beweglichkeit aus. Dennis Szczesny und Jonas Ellwanger hat der Konstanzer Übungsleiter besonders im Blick. „Es wird schwer“, macht er daher klar, „aber wir wollen wieder gut Handball spielen, weiter an uns arbeiten und weitere Schritte vorwärts machen. Und wenn sich eine Chance bietet, gilt es, diese zu ergreifen.“ Die nötige Unterstützung von der Tribüne wird seine junge Mannschaft jedenfalls bekommen. Tom Wolf wird unweit seiner Heimat 65 persönliche Fans mitbringen und einen ganzen Fanblock füllen. Der 23-Jährige hätte sicher nichts dagegen, in diesem Block eine Siegesfeier zu starten. Ganz so wie nach dem Hinspiel, als er beim 31:30-Erfolg mit neun Toren zum Matchwinner avancierte.

Das Spiel wird im kostenlosen Livestream auf www.hsgkonstanz.de/livestream übertragen.

TUSEM Essen  HSG Konstanz

Zum Seitenanfang