Es ist endlich wieder soweit: Die Balinger SparkassenArena, das Wohnzimmer der Gallier von der Alb, öffnet ihre Pforten zur neuen Saison.


Am Freitagabend, um 19.45 Uhr trifft der HBW Balingen-Weilstetten auf den Handball Sport Verein Hamburg, kurz HSV Hamburg. Nach Insolvenz und Neubeginn in der Oberliga, sind die Hanseaten in dieser Saison auf ihrem Weg nach oben im Bundesliga-Unterhaus angekommen und sind alles andere als ein gewöhnlicher Aufsteiger. Die Mannschaft hat sehr viel Qualität und kann ganz oben mitspielen. Das erste Heimspiel für die Gallier von der Alb wird zu einem Gradmesser für beide Teams gleichermaßen. Die Leitung des ersten Heimspiels haben die beiden Unparteiischen Thomas Kern (Bellheim) und Thorsten Kuschel (Karlsruhe) aus dem Elite-Anschlusskader.

Viel hat der Handball Sport Verein Hamburg mit dem früheren HSV Handball nicht mehr zu tun. Dessen Geschichte liegt allerdings noch nicht so lange zurück, dass man nicht zwangsläufig an die großen Erfolge, aber auch an die negativen Tiefpunkte erinnert wird. 2002/2003 mit der Bundesligalizenz des VfL Bart Schwartau in der 1. Handball-Bundesliga gestartet, wurde nach nur drei Jahren die Omni Sport GmbH & Co. KG, die auf Grund von Betrug und Untreue Insolvenz anmelden musste, durch die HSV Handball Betriebsgesellschaft mbH & Co. KG ersetzt und mit ihr reihte sich zunächst Erfolg an Erfolg. Es folgten Höhepunkte wie die Siege im DHB-Pokal 2006 und 2010, der Gewinn des Europapokals der Pokalsieger 2007, die Deutsche Meisterschaft 2011 und der Triumph in der Champions League 2013. Im Mai 2014 wurde dem HSV auf Grund finanzieller Probleme allerdings die Lizenz verweigert. Nutznießer damals war der HBW Balingen-Weilstetten, der eigentlich sportlich abgestiegen wäre. Durch die Verweigerung der Lizenz für den HSV blieben die Balinger in der Liga. Die Hamburger legten vor dem Schiedsgericht allerdings erfolgreich Widerspruch ein und plötzlich sollte Balingen in Liga zwei. Jetzt war es an den Balingern, sich den weiteren Verbleib in der 1. Liga auf dem Gerichtsweg zu erstreiten. Beide Teams blieben damals bekanntlich erstklassig und zum ersten Mal in der Geschichte, ging die Liga mit 19 Mannschaften an den Start.

In der darauffolgenden Saison gingen die Bundesligalichter für den HSV Handball endgültig aus. Die finanzielle Abhängigkeit von einem Mäzen rächte sich bitter. Im Januar 2016 meldete der Insolvenzverwalter die Mannschaft vom Spielbetrieb ab. Es folgte ein Neubeginn in der Oberliga. Von den damals handelnden Personen sind nur wenige Getreuen geblieben, aber die die geblieben sind, haben die Ärmel hochgekrempelt und in allen Bereich Nägel mit Köpfen gemacht. Die Mühen haben sich gelohnt und nach zwei Jahren in der 3. Liga Nord sind die Hamburg unter neuem Namen und mit neuem Logo zurück im Unterhaus der Handball-Bundesliga.

Das Spiel in Balingen wird das erst Zweitligaspiel des HSV Hamburg überhaupt sein. Weil der frühere HSV damals direkt in der 1. Liga gestartet ist und der neu HSVH sich von der Oberliga nach oben gearbeitet hat, ist das Spiel in Balingen für die Hanseaten eine Premiere. An der Rückkehr in die Bundesliga haben sie akribisch gearbeitet. An der Seitenlinie hat mit Torsten Jansen ein als Spieler höchst erfolgreicher Trainer das Sagen. „Toto“ Jansen hat mit dem HSV und der deutschen Nationalmannschaft fast alles gewonnen, was es zu gewinnen gibt. Diese Erfahrung aus 178 Länderspielen und insgesamt 17 Jahren Bundesligahandball lässt er gekonnt in seine Trainerarbeit einfließen und hat mit seiner Mannschaft in der 3. Liga Nord ganz souverän die Meisterschaft geholt. Nur zwei Niederlagen und zwei Unentschieden „trüben“ die Bilanz des HSVH.

„Ich würde mich freuen, ich wüsste wer aufläuft“, fischt HBW-Trainer Jens Bürkle vor dem ersten Heimspiel etwas im Trüben. Während sein Gegenüber das erste Spiel der Balinger genau studieren konnte, weiß Bürkle noch nicht, wer bei Hamburg letztendlich auflaufen wird. Glaubt man den Informationen die einen aus dem Internet, über Homepage und die ganzen Social-Media-Kanäle erreichen, hat Hamburg einige Verletzungssorgen. Wer am Ende tatsächlich ausfällt und wer sich bis zum Spiel am Freitagabend noch als fit zurückmeldet, wird der Balinger-Coach erst wissen, wenn die Aufstellung am Freitagabend fix ist. Sicher scheint, dass Blazenko Lackovic ein ganz erfahrener und erfolgreicher Spieler nach langer Verletzung im Kader stehen wird und auch Stefan Schröder, ein langjähriger Weggefährte von „Toto“ Jansen und Lackovic aus alten HSV-Zeiten, scheint nach seinem Rücktritt sein Comeback auf der Platte zu geben.

Was den Gegner ausmacht und was seine Mannschaft besser machen kann, bzw. besser machen muss, als noch vor einer Woche beim Saisondebüt in Lübeck, hat HBW-Coach Jens Bürkle in der Spieltagvorschau bei HBW.tv erzählt. Die Videoaufzeichnung gibt es unter folgendem Link: https://youtu.be/IE2MjxeCff0 .

HBW Balingen-Weilstetten  HSV Hamburg

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