Die Schweizer Nationalmannschaft zeigt in Dänemark eine achtbare Leistung und verliert den Test mit 22:29 (8:14). Am Samstag folgt das erste Spiel gegen Norwegen.


Die Schweizer Nationalmannschaft hat das Testspiel gegen Olympiasieger Dänemark mit 22:29 (8:14) verloren. Die SHV-Auswahl von Trainer Michael Suter zog sich vor 2'700 Zuschauern in Aalborg achtbar aus der Affäre – nach einer Dreiviertelstunde lagen die soliden Schweizer nur mit einem Treffer zurück. Andy Schmid ragte mit neun Toren aus dem Kollektiv heraus. Am Samstag (19.15 Uhr, SRF zwei) steht in Stavanger das erste WM-Playoff-Spiel gegen Norwegen auf dem Programm.

Es dauerte eine gute Viertelstunde, bis sich die Schweizer nach einem Kaltstart in Aalborg gefangen und an das hohe internationale Level gewohnt hatten. Mit ihren ersten fünf Angriffen war die SHV-Auswahl ausnahmslos am überragenden dänischen Schlussmann Niklas Landin gescheitert. Dieser kam bis zur Pause mit zwölf Paraden auf eine Abwehrquote von 60 Prozent. Der Olympiasieger gab denn in der Anfangsphase auch gleich eine Visitenkarte ab und führte nach acht Minuten mit 5:0.

Es waren in der Folge die Verteidigung um den guten Innenblock mit Samuel Röthlisberger, Lucas Meister und Albin Alili sowie Keeper Nikola Portner, die der Schweiz die Sicherheit gaben und den Weg ebneten, um in die Partie zu finden. Zwar erzielte Andy Schmid den dritten Gäste-Treffer erst nach 17 Minuten – weil aber die Dänen zuvor auch während sieben Minuten ohne Torerfolg geblieben waren, stand es zu diesem Zeitpunkt erst 7:3.

Der siebte Feldspieler als gute Option
Es war dabei keine Frage, wer im Gigantium in Aalborg die ausgeglichenere Mannschaft mit mehr Möglichkeiten war. Dänemark um Mikkel Hansen, der vor der Pause zwei Tore erzielte, gab klar den Ton an. Die Schweizer legten aber den anfänglichen Respekt je länger je mehr ab und boten dem grossen Favoriten Paroli. Nationaltrainer Michael Suter setzte früh auf die Option des siebten Feldspielers, und die SHV-Auswahl fand so nach den Startschwierigkeiten nun auch Lösungen im Angriffsspiel.

Ihre beste offensive Phase hatten die Schweizer direkt nach der Pause: Aus den ersten acht Angriffen in der zweiten Halbzeit resultierten acht Tore. Der dänische Nationaltrainer Nikolaj Jacobsen reagierte mit einem Time-out (38.), doch kurz darauf war die Schweiz beim 16:17 (40.) wieder dran. Das war umso bemerkenswerter, als dass in dieser Phase kaum mehr Unterstützung von der Torhüterposition kam. Dem Trio Portner/Winkler/Wick gelang in der zweiten Halbzeit nur eine Parade.

Die Steigerung gelang, neben der weiterhin soliden Verteidigung, vor allem in der Offensive. Das Schweizer Angriffsspiel, in dem lange fast alles über den sehr präsenten Andy Schmid lief, war im zweiten Durchgang deutlich variabler und breiter aufgestellt. Die SHV-Auswahl kam nun auch zu Kontertoren, und es gelang wiederholt, die Flügel freizuspielen. Marvin Lier (3) und Maximilian Gerbl (3) verdienten sich dabei gegen Torhüter Jannick Green gute Noten.

«Wichtig, uns auf diesem Niveau zu behaupten»
Unmittelbar nach dem Anschlusstreffer und der Auswechslung von Andy Schmid ging dann aber ein Bruch durch das Schweizer Spiel. Dänemark stellte innert fünf Minuten die vorherigen Verhältnisse wieder her und legte mit 21:16 (45.) vor. Die Mannschaft von Nationaltrainer Michael Suter, der sämtlichen Spielern Einsatzzeit gab – auch den Debütanten Noah Haas und Luca Engler –, liess sich aber in der Folge kaum mehr weiter distanzieren.

«Es war eine realistische, in manchen Phasen gute Leistung unserer Mannschaft», sagte Michael Suter. «Wir hatten am Anfang in der Offensive grosse Mühe mit Torhüter Niklas Landin. Unsere Defensive und unser Rückzug waren aber über weite Strecken gut. Mit fortlaufender Spieldauer hatten wir auch im Angriff einige Lichtblicke, und wir haben gerade im Spiel 7 gegen 6 gute Lösungen gefunden. Wir dürfen nicht vergessen, dass heute wieder Formationen auf dem Feld standen, die so noch nie zusammen gespielt haben. Wichtig war für uns vor allem, dass wir uns auf diesem Niveau behaupten konnten.»

WM-Playoff-Hinspiel am Samstag
Die Schweizer Nationalmannschaft reist am Donnerstag weiter nach Norwegen. Am Samstag steht in Stavanger das erste WM-Playoff-Spiel auf dem Programm – die Begegnung mit Anpfiff um 19.15 Uhr ist live auf SRF zwei zu sehen. Am kommenden Dienstag, 12. Juni, kommt es in der Bossard Arena in Zug zum Rückspiel. Anpfiff ist um 18.15 Uhr, SRF zwei überträgt auch diese Partie live. Tickets für das Aufeinandertreffen mit dem WM-Zweiten gibt es bei Ticketcorner.

Nationalmannschaft Männer
Dänemark – Schweiz 29:22 (14:8)

Gigantium, Aalborg – 2’731 Zuschauer – Sr. Kurtagic/Wetterwik (SWE).

Torfolge: 5:0 (8.), 6:1, 10:5, 10:6 (24.), 13:6 (29.), 13:8, 14:8; 14:9, 15:10, 16:10 (34.), 16:14, 17:14, 17:16 (40.), 21:16 (45.), 21:17, 23:17, 25:19, 25:20, 27:20, 29:22.

Strafen: 2mal 2 Minuten gegen Dänemark; 3mal 2 Minuten gegen die Schweiz.

Dänemark: Niklas Landin/Green (ab 31.); Lynggaard (4), Kirkelökke (1), Magnus Landin, Mortensen (1), Lauge (1), Saugstrup (1), Svan (2), Lindberg (2), Möllgaard (1), Mensah, Henrik Toft (1), Mikkel Hansen (2), Morten Olsen (5), Öris (3), Holm (4), Möller (1).

Schweiz: Portner/Winkler (21. bis 30. und 52. bis 56.)/Wick (ab 56.); Schmid (9/4), Meister (2), Lier (3), Alili, Von Deschwanden (2), Röthlisberger (2), Maros, Tominec (1), Gerbl (3), Blättler, Engler, Haas, Jud.

Bemerkungen: Schweiz ohne Raemy, Küttel, Delhees, Tynowski, Vernier, Markovic, Sidorowicz, Huwyler, Kusio (alle verletzt), Rubin und Arn (beide krank). Landin hält Penalty von Von Deschwanden (14./7:2). Green hält Penalty von Schmid (52./23:18). Länderspiel-Debüts von Luca Engler und Noah Haas.

WM-Qualifikation: Norwegen – Schweiz
Samstag, 9. Juni, 19.15 Uhr, Stavanger (NOR)

WM-Qualifikation: Schweiz – Norwegen
Dienstag, 12. Juni, 18.15 Uhr, Bossard Arena, Zug.

Schweizer Handball Verband

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