Letzter Schritt zur Meisterschaft vielleicht schon in Dansenberg möglich.






Die HSG Konstanz marschiert weiter. Nach einer 27:22-Führung konnte auch die Festung Haßloch, in der seit sieben Spielen keine Gastmannschaft mehr gewinnen konnte, geknackt werden. Mit nun 42:6 Punkten kann der Drittliga-Tabellenführer vom Bodensee, sofern die Rhein-Neckar Löwen am Sonntagabend nicht in Kornwestheim gewinnen, die Süddeutsche Meisterschaft mit einem Sieg am kommenden Samstag in Dansenberg schon vorzeitig feiern.

Eine tolle Ausgangsposition, die sich die HSG Konstanz dank einer guten Leistung in Haßloch erarbeitet hat. Denn die Aufgabe gestaltete sich zunächst alles andere als einfach. Der als extrem heimstark bekannte Gegner wollte seine Serie ohne Heimniederlage seit Mitte Oktober vergangenen Jahres unbedingt fortführen und wirkte im Vergleich zum deutlichen Hinspiel (32:22 für Konstanz) wesentlich verbessert. Großen Anteil daran trug der erst vor wenigen Wochen verpflichtete langjährige Bundesligaspieler Denni Djozic. Viermal traf der Linksaußen in der ersten Viertelstunde – teilweise spektakulär – für seine Farben. Insbesondere, weil Konstanz in der Anfangsphase noch einige Probleme hatte, sich auf die aggressive, robuste Deckung der Gastgeber einzustellen.

Zwar hatten die Gelb-Blauen mit zwei Toren schnell vorgelegt, nach 20 Minuten allerdings leuchtete es 9:6 von der Anzeigetafel. Ihre ganze Klasse demonstrierte die junge Gästemannschaft allerdings direkt nach eben jener schwierigen Phase, in der noch zu wenig Tempo und die eine oder andere falsche Entscheidung, sei es im zu frühen Abschluss oder zu riskobehafteten Pass, vorhanden war. Mit der Hereinnahme von Kapitän Tom Wolf hatte Trainer Daniel Eblen den richtigen Schachzug parat. Der lange Mittelmann forcierte nun geschickt das Tempo, ohne dabei zu viel Risiko zu gehen, und setzte seine Mitspieler toll in Szene.

Innerhalb von nur acht Minuten hatte Konstanz das Spiel in fremder Halle gedreht. Statt drei Toren Rückstand besorgte Tom Wolf höchstpersönlich die 12:10-Führung. Kurz nach der Pause konnte die HSG dann sogar auf drei Tore erhöhen, musste jedoch wenig später einen schweren Nackenschlag hinnehmen. Innerhalb von nur vier Minuten sah der Kapitän der Konstanzer seine zweite und dritte Zeitstrafe – und wurde mit der Roten Karte somit frühzeitig vom Spiel ausgeschlossen.

Wolf konnte die beiden letzten Zeitstrafen nicht nachvollziehen. „Ich war gut drin und wir konnten das Spiel verändern“, ärgerte er sich. „Die beiden Zeitstrafen in der zweiten Hälfte verstehe ich bis heute nicht. Das war bitter.“ Gerade die letzte warf große Fragen auf, als ihm der Ball auf den Fuß gespielt wurde. Die Schiedsrichter attestierten ihm eine aktive Bewegung zum Ball.

Bemerkenswert war die Reaktion seiner Mannschaft: unbeeindruckt hielt diese am eingeschlagenen Kurs fest. Für HSG-Kapitän Tom Wolf kam Tim Keupp ins Spiel und wurde mit sechs Treffern zum besten Feldtorschützen der Partie. „Tim hatte ganz wichtige Tore aus dem Rückraum“, gab es dafür ein Extralob von Trainer Daniel Eblen. „Dadurch waren wir schwer auszurechnen. Tim aus der zweiten Reihe, Paul im Eins-gegen-Eins und Tim Jud mit wichtigen Szenen.“ Dazu zeigte sich auch Joschua Braun in dieser Phase wieder sehr treffsicher und die Deckung agierte, trotz einiger unglücklicher Gegentore auf gutem Niveau.

„Wir haben uns“, freute sich Wolf, „nicht aus der Ruhe bringen lassen, uns gesteigert und das Niveau gehalten.“ Konstanz konnte sich so sukzessive absetzen. Als Haßloch noch einmal auf zwei Tore aufschließen konnte (48.), setzten die Gäste wieder nach und sich auf 27:22 durch Tim Keupp ab. Knapp sechs Minuten vor Schluss war das die Vorentscheidung. „Das war ein gutes und intensives Spiel“, meinte Eblen. „Beide Abwehrreihen haben gut verteidigt. Die Jungs haben das in der zweiten Halbzeit aber gut durchgezogen.“

Damit ist die Bühne für das Topspiel am Samstag zwischen dem Tabellenzweiten Dansenberg und Spitzenreiter Konstanz bereitet. „Jetzt freuen wir uns auf diesen Kracher mit einem tollen Rahmen“, blickt Wolf mit viel Vorfreude voraus. Sollten die Rhein-Neckar Löwen am Sonntagabend nicht in Kornwestheim gewinnen, kann er mit seiner Mannschaft mit einem weiteren Sieg vor den Toren Kaiserslauterns vorzeitig die Süddeutsche Meisterschaft feiern.

TSG Haßloch – HSG Konstanz 26:29 (11:13)

HSG Konstanz: Maximilian Wolf, Simon Tölke (Tor); Michel Stotz, Fabian Schlaich, Matthias Hild, Tom Wolf (3), Fabian Wiederstein (4), Paul Kaletsch (7/3), Felix Krüger (2), Joschua Braun (3), Tim Jud (2), Tim Keupp (6), Samuel Wendel (2).

Zuschauer: 550 im Sportzentrum Haßloch.
Schiedsrichter: Stefan Walter und Christian Staszak.

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