Die Gruppenphase in der Aufstiegsrunde zur zweiten Handball-Bundesliga geht in die entscheidende Phase. Der HC Oppenweiler/Backnang steht vor einer enorm anspruchsvollen Aufgabe: Das Team von Trainer Matthias Heineke trifft am Sonntag um 17 Uhr in der Gemeindehalle auf den sehr stark eingestuften TuS 04 Dansenberg. Der Anreiz, alle Kräfte zu mobilisieren, ist riesig: Mit einem Sieg hätte der HCOB die Qualifikation für die Zwischenrunde fast geschafft.

 

Vier der sieben Spieltage in der Vorrunde der Aufstiegsrunde sind absolviert. In der Gruppe B – hier spielen die Teams aus dem Süden der Republik – haben sechs von sieben Mannschaften berechtigte Chancen auf die Qualifikation für die Zwischenrunde. Einzig der TSB Horkheim, bislang ohne einen Punktgewinn, hat den Anschluss verloren. Die sechs anderen Teams trennen nur zwei Pluspunkte. Der HCOB ist Tabellenführer, gemeinsam mit der HSG Krefeld Niederrhein (beide 5:3 Punkte), das ist nicht die schlechteste Ausgangslage. Doch die Verfolger VfL Pfullingen und TuS 04 Dansenberg (beide 4:2 Punkte) haben ein Spiel und einen Minuspunkt weniger. Die HSG Hanau liegt mit 3:3 Zählern ebenfalls aussichtsreich im Rennen. Und der TV 08 Willstätt (3:5) ist nach dem Heimsieg gegen Horkheim ebenfalls wieder bei der Musik. Alle Vereine haben es selbst in der Hand, sich für die besten vier Teams zu qualifizieren. Das verspricht maximale Spannung.

Für den HCOB bedeutet das: Aus den beiden noch ausstehenden Begegnungen gegen den TuS 04 Dansenberg sowie am darauffolgenden Donnerstag bei der HSG Krefeld Niederrhein bedarf es wohl eines Sieges für den Einzug in die Zwischenrunde. Logisch, dass Trainer Matthias Heineke und seine Handballer diese Aufgabe direkt im Heimspiel gegen Dansenberg abhaken wollen. Die Sportler aus dem Murrtal gehen die Aufgabe mit viel Respekt an, können aber auch selbstbewusst auftreten. Die bisherige Leistung in den Aufstiegsspielen war gut – auch wenn es zuletzt in Pfullingen einen ersten Dämpfer und im vierten Spiel die erste Niederlage gab. Der Coach hofft auf den positiven Lerneffekt, „dass man seinen Plan mit voller Konzentration verfolgen muss und man schnell auf die Verliererstraße gerät, wenn man den Fokus verliert.“ Hier wollen seine Handballer nun beweisen, dass sie dazugelernt haben. Konzentration und Anspannung von der ersten bis zur letzten Sekunde sind gefragt. „Das macht den Reiz dieser Spiele aus“, findet Matthias Heineke.

Aus HCOB-Sicht nicht zufriedenstellend war die Ausbeute mit lediglich 24 Treffern in Pfullingen. Darum lag der Trainingsschwerpunkt in dieser Woche auf dem Offensivspiel: „Wir wollen wieder ins Rollen kommen.“ Dem Trainer ist klar: „Gegen Dansenberg bekommt man nichts geschenkt. Sie stehen in einer defensiveren Abwehr kompakt, und da werden wir im Kollektiv viel Aufwand betreiben, um gute Chancen zu erspielen.“ Die Murrtaler wollen selbst gut verteidigen und dadurch den einen oder anderen Gegenstoßtreffer erzielen. Im Positionsspiel wollen sie viel Druck aus dem Rückraum machen, um aus der zweiten Reihe zum Erfolg zu kommen oder Freiräume für die Mitspieler am Kreis oder auf den Außenpositionen entstehen zu lassen. Je besser das gelingt, umso größer sind auch die Erfolgsaussichten.

Die Dansenberger haben gegen Willstätt und Krefeld gewonnen und in Pfullingen verloren. Ein Aspekt dort: Mit Jan Claussen sah eine prägende Figur des Dansenberger Spiels schon früh die Rote Karte. Gegen Krefeld war er in der vergangenen Woche mit sechs Torerfolgen der beste Werfer. Schlüssel zum Sieg gegen das Team vom Niederrhein war die Defensive. Torwart Kevin Klier, ein sehr erfahrener Mann mit viel Bundesligaerfahrung, verdiente sich gute Noten. Trainer Steffen Ecker hofft nun ebenfalls auf eine Steigerung in der Offensive, denn „im Angriff waren es zu viele technische Fehler. Da müssen wir wieder die Balance finden, dann werden wir auch in Oppenweiler siegfähig sein.“ Das wiederum will der HCOB natürlich vermeiden.

So oder so ist die Anspannung – da es nun zunehmend in die entscheidende Phase der Gruppenspiele geht – riesig. Wobei Matthias Heineke betont: „Bei uns ist die Anspannung seit Spieltag eins am Anschlag. Es war gut, dass wir mit dem Derby gegen Horkheim gestartet sind.“ Die Aufregung vor und die Ungeduld auf das Match am Sonntag ist im Training mit Händen zu greifen. Wobei es aus Sicht von Trainer Matthias Heineke „eine tolle Situation ist. Wir können in dieser Runde nur gewinnen – und daher setzt diese positive Anspannung viele Kräfte frei.“ Die körperliche Inanspruchnahme der Sportler sei, gerade weil die Wettkampfpause vor dem Start der Aufstiegsrunde sehr lang war, nicht zu unterschätzen. „Das ist härter als gedacht, aber für alle Teams“, findet Coach Matthias Heineke. „Derzeit schleppt der eine oder andere Blessuren mit sich herum und ist am Beginn der Woche nicht so frisch wie sonst.“ Aber: „Zum Wettkampf ist jeder bereit, alles herauszuholen.“ Zu verlockend ist die Aussicht, mit einem Heimsieg einen Riesenschritt in Richtung Zwischenrunde zu machen,

Rund ums Spiel

Der HCOB hat – auch wenn derzeit keine Zuschauer in die Halle kommen dürfen – eine Ausgabe von Handball Aktuell aufgelegt, digital eben. Sie kann als PDF unter www.hcob.de/handball-aktuell heruntergeladen werden.

Vor zwei Wochen leiteten Lucas Hellbusch und Darnel Jansen aus den hessischen Orten Trebur und Geinsheim das HCOB-Heimspiel gegen den TV 08 Willstätt. Am Sonntag kommen sie erneut in der Gemeindehalle in Oppenweiler zum Einsatz.

Die Begegnung wird im Internet auf Sportdeutschland.TV übertragen. Wer zusehen will, braucht ein Tagesticket für 4,50 € und einen Account.

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