Co-Trainer Fredy Beker (r.) und die Willstätter Spieler versuchen am Samstag in Hanau erstmals in der Aufstiegsrunde auswärts zu punkten.
Handball-Drittligist TV Willstätt steht am Samstag bei der HSG Hanau unter Druck, um seine Chance auf Platz vier in der Gruppe B der Aufstiegsrunde zur 2. Liga zu wahren. 

Im Kampf um die beiden Plätze für die 2. Liga muss Handball-Drittligist TV Willstätt in der Aufstiegsrunde auch auswärts etwas holen, um in der Gruppe B seine Chance auf einen Platz unter den ersten vier zu wahren und sich damit für die Überkreuzspiele gegen die Gruppe A zu qualifizieren. „Wenn wir weiterhin um Platz vier mitspielen wollen, müssen wir auswärts mindestens einen Punkt holen“, stellt Co-Trainer Fredy Beker vor der Begegnung des TVW (6./3:5 Punkte) am Samstag, 19.30 Uhr, bei der HSG Hanau (5./3:3 Punkte) nüchtern fest. Und am Samstag im Hessischen ist dazu die letzte Gelegenheit. Anschließend steht bislang nur noch das Heimspiel gegen den VfL Pfullingen (3./4:2 Punkte) auf dem Programm.

Aufstiegsrunde für Trainer Andersen gelaufen

„Um weiterhin um Platz vier mitzumischen, müssen wir gewinnen“, meint sogar Trainer Ole Andersen, dessen Hoffnung sich inzwischen zerschlagen hat, seiner Mannschaft doch noch helfen zu können. Nach seiner Operation muss der Däne weiter behandelt werden und wurde deshalb bis zum 30. Mai krankgeschrieben. Damit übernimmt Co-Trainer Fredy Beker nicht nur am Samstag in Hanau zum dritten Mal in Folge das Coaching, sondern leitet auch weiterhin die Trainingseinheiten.

Gutes Spiel mit dem "letzten Aufgebot"

Nach dem Video-Studium des jüngsten 34:31-Heimerfolgs über den TSB Heilbronn-Horkheim war Ole Andersen richtig stolz auf seine Mannschaft, die zuvor in Dansenberg und Oppenweiler verloren und dazwischen zu Hause gegen Ex-Zweitligist Krefeld unentschieden gespielt hatte. „Aus einer schwierigen Lage heraus haben wir ein richtig gutes Spiel gemacht“, lobte der 63-Jährige sein „letztes Aufgebot“. Denn es fehlten nicht nur Torwart Leon Sieck, Linksaußen Luis Pfliehinger (beide an der Leiste operiert), Jan-Philipp Valda (Knie-Probleme) und Felix Gäßler (Schulter-Schmerzen), sondern kurzfristig fiel auch noch Spielmacher Daniel Schliedermann wegen eines Coronafalls in seinem nahen Umfeld aus. Außerdem verletzte sich Christopher Räpple Ende der ersten Hälfte und konnte wegen einer Platzwunde am Auge nicht weiterspielen.

Personal-Situation etwas entspannt

„Die Personal-Situation hat sich etwas entspannt“, verkündete Fredy Beker am Donnerstag erleichtert, auch wenn Schliedermann noch in Quarantäne ist. Denn normalerweise wird Räpple wieder spielen, und auch Valda und Gäßler haben am Donnerstagabend mittrainiert und könnten möglicherweise am Samstag zum Einsatz kommen.

Neuzugang Lenny Sieck spielberechtigt

Außerdem gibt es einen Neuzugang: Lennart „Lenny“ Sieck vom Oberligisten TuS Steißlingen ist ab sofort spielberechtigt. Der 22-jährige Kreisläufer ist der jüngere Bruder von TVW-Torwart Leon Sieck (24) und sollte erst zur neuen Saison zum TVW wechseln. Doch durch die Annullierung der Oberliga-Saison trainiert er seit dieser Woche im Hanauerland mit.

Hanau mit viel Tempo

Dennoch ist Hanau für Fredy Beker Favorit, auch wenn der erste Sieg der Willstätter Mannschaft in der Aufstiegsrunde für eine positive Stimmung im Training sorgte und dem Selbstvertrauen gutgetan hat. Die HSG landete zuletzt einen spektakulären Auswärtserfolg beim TSB Heilbronn-Horkheim. Das Team von Trainer Hannes Geist gewann bei den favorisierten Hunters mit 37:29 (17:11). Damit gelang nach der hauchdünnen Niederlage beim Top-Favoriten HSG Krefeld und dem Remis zu Hause gegen den Tabellenführer HC Oppenweiler/Backnang endlich der Durchbruch.
Die Hessen spielen mit unwahrscheinlich viel Tempo, stehen defensiv durch einen starken Innenblock und einen erstklassigen Torhüter Sebastian Schermuly extrem stabil und haben auch im Rückraum mit dem Halblinken Marc Strohl und dem Mittelmann Jannik Ruppert Spieler der ­Extraklasse.

Zum Seitenanfang