Absolutes Topspiel zwischen Heilbronn und der HSG Konstanz.


Sieben Siege in sieben Spielen sind dem TSB Heilbronn-Horkheim zum Start in diese Saison gelungen – Vereinsrekord. Der Lohn: Die Tabellenführung in der 3. Liga Süd. Erster Verfolger ist die zweitplatzierte HSG Konstanz, die zuletzt dreimal in Serie erfolgreich war. Am Samstag, 20 Uhr, treffen die beiden Mannschaften im absoluten Topspiel in der Stauwehrhalle Horkheim direkt aufeinander – und beide Fanlager sind elektrisiert.

Die HSG Konstanz wird erneut, wie schon in Kornwestheim, von einem Fanbus begleitet – dieses Mal ohne Konfetti in den Taschen in den für ihre stets farbenfrohen, kreativen und gleichermaßen lautstarken wie fairen Unterstützung bekannten HSG-Fans. So wird auch dieses Mal eine dem hochklassigen Handballsport angemessene besondere Stimmung erwartet. Erster gegen Zweiter, sieben Siege gegen drei Siege in Folge:  Das Schlagerspiel ist für beide Seiten ein Highlight.

Auch für Daniel Eblen. Doch beim Cheftrainer der Konstanzer herrscht im doppelten Sinne große Vorfreude auf den Samstag. Nach mehreren Untersuchungen in dieser Woche und einer weiteren am Samstagvormittag könnte es sein, dass dann die Geburt seines dritten Kindes bevorsteht. Die Frau von Sportchef und Co-Trainer Andre Melchert ist ebenfalls schwanger, steht aber noch nicht kurz vor der Geburt. Eblen lacht: „Einer von uns beiden wird auf jeden Fall dabei sein.“ Dabei sein, wenn seine Mannschaft es mit der „besten Mannschaft“ und dem „besten Handball“ der Liga zu tun bekommt, wie er ausführt. Wenn die HSG Konstanz als Zweitligaabsteiger beim in den letzten acht Jahren nicht weniger als fünf Mal Vizemeister in Liga drei gewordenen Turn- und Sängerbund antritt und sich dabei zugleich etwas gegen den derzeit 224 Treffern torhungrigsten Angriff der Liga einfallen lassen muss.

„Da ist ungeheuer viel Selbstvertrauen vorhanden und es funktioniert alles“, zollt Eblen dem Gegner viel Respekt. Zwar habe auch der TSB seine Schwächephasen in den Spielen gehabt, doch „sie haben die Qualität und das Selbstbewusstsein, um die Spiele immer in ihre Richtung zu ziehen“, so der HSG-Coach weiter. Bestes Beispiel dafür: Die letzte Partie vor Wochenfrist in Pforzheim, als die TGS auf 22:26 (56.) verkürzen konnte, nach der zuvor erhaltenen Roten Karte für Dreh- und Angelpunkt Maris Versakovs und hohem Risiko – teilweise in Unterzahl – in den letzten fünf Minuten jedoch sieben Treffer in Folge hinnehmen musste, bei gleichzeitiger eigener Torflaute. Endresultat war somit ein überdeutlicher 33:22-Sieg für Horkheim – ein dickes Ausrufezeichen.

Von einer großen Aufgabe in der Fremde spricht der 44-Jährige nun. Neben eines variablen Rückraums mit wurfgewaltigen aber auch schnellen, technisch versierten Spielertypen warnt Eblen besonders vor Kreisläufer Nils Boschen, der eine zentrale Rolle in der Abwehr und im Angriff einnimmt und sich somit mit dem starken Konstanzer Pendant Fabian Wiederstein ein interessantes Duell liefern dürfte. „Der Rückraum ist extrem dicht besetzt und mit das Beste, was die Liga zu bieten hat“, ergänzt der zweifache Vater. Dahinter wartet mit Sven Grathwohl und Linus Mathes zudem ein starkes Torhütergespann. Hier muss die HSG den Vergleich jedoch nicht scheuen. Lediglich 172 Gegentore sind der zweitbeste Wert der Liga und Ausdruck der in den letzten Wochen vollzogenen Steigerung im Zusammenspiel zwischen einer aggressiven Deckung und mit Simon Tölke und Maximilian Wolf zwei starken Keepern.

Ein besonderes Spiel für beide Seiten also, und das nicht nur aufgrund der prickelnden Tabellenkonstellation. „Nein“, sagt Eblen, „Spiele in Horkheim sind immer Highlights. Der TSB hat es konstant über viele Jahre geschafft, viel Qualität zusammenzubekommen. Das sind immer reizvolle Aufgaben.“ Dafür wurden zuletzt auch individuelle und athletische Schwerpunkte beziehungsweise Impulse gesetzt. Denn: „Wir dürfen uns nach ein paar Siegen nicht ausruhen und müssen weiter jeden Tag hart arbeiten.“ Es gelte sich weiter über jede gelungene Aktion und jeden Punkt zu freuen. „Weil wir wissen, wie stark diese 3. Liga ist und dass sie sich in der Spielweise nicht groß von der 2. Bundesliga unterscheidet“, betont er und nimmt nichts als selbstverständlich.

Auch nicht, dass sich sein junges Team wieder auf eine große Fanschar verlassen kann. Eblen: „Eine tolle Sache. Das ist sehr wertvoll und kann wie in Kornwestheim eine wichtige Rolle spielen.“ Denn Stimmung machen können die sangesfreudigen HSG-Fans auch ohne ihre kleinen gelb-blauen Papierschnipsel. Rechtlich fragwürdige Durchsuchungen am Einlass oder gar angedrohte „polizeiliche Verfolgungen“ braucht schließlich keiner, vor diesem echten Spitzenspiel zweier bestens aufgelegter Mannschaften. Lediglich der Ton manches Offiziellen im Umgang der seit Jahren eng befreundeten Vereine bei der Vermittlung von Kleinigkeiten lässt noch viel Luft nach oben und sollte dringend hinterfragt werden. Wehret den Anfängen.

Der Fanbus nach Heilbronn-Horkheim fährt am 13. Oktober um 16 Uhr an der Schänzle-Sporthalle ab. Die Mitfahrt kostet nur 10 Euro. Die Anmeldung ist direkt über den Fanclub der HSG bei Karl-Heinz Schmidhäusler unter der Telefonnummer 0173/6866592 möglich.

TSB Heilbronn-Horkheim  HSG Konstanz

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