Die Red Sparrows verlieren trotz einer starken ersten Halbzeit gegen die Gäste der TG Nürtingen in einer spannenden Partie, die bis zum Schluss offen war.




Debora D’Arca zeigte eine starke Leistung in der 1.Halbzeit. (Foto: Patrick seeger)

Mit zwei verlorenen Auswärtspartien im Gepäck und mit der Rückkehr von Leistungsträgerin Angelika Makelko, die gleich wieder mit vier Toren glänzen konnte, kamen die Freiburgerinnen direkt gut in die Partie. Eine starke Defensive und eine gut aufgelegte Debora D’Arca im Tor hielten die Gäste aus Schwaben bei nur 8 Toren in der ersten Halbzeit. „Freiburg hat gut verteidigt. Wir haben uns schwer getan, gute Lösungen zu finden.“, äußerte sich Nürtingens Trainer Stefan Eidt im anschließenden Match Talk. Auch Debora D’Arca sah in Freiburgs Defensive den Schlüssel zur starken Halbzeit: „Die Abwehr stand bombastisch!“

 

Kein Durchkommen an der Freiburger Defensive. (Foto: Patrick Seeger)

Offensiv war es Freiburgs Flügelspielerin, die neuerdings auch im Rückraum agiert, Alica Burgert, die herausragte. Sie markierte mit acht Treffern aus dem Feld, sieben davon in der ersten Halbzeit, eine persönliche Bestmarke und war für die Nürtinger Defensive nicht zu stoppen. Stefan Eidt gab nach dem Spiel zu: „Alica Burgert hat uns das Leben schwer gemacht.“

 

Alica Burgert mit einer persönlichen Saisonbestleistung von acht Toren. (Foto: Patrick seeger)


Einziges Manko dieser starken 30 Minuten: Die Red Sparrows warfen selbst „nur“ zwölf Tore und gingen „nur“ mit vier Toren Vorsprung in die Kabine. Der Halbzeitstand von 12:8 war zwar ein komfortabler Vorsprung, doch hatte man durchaus die Möglichkeiten, einen größeren Puffer zu schaffen, das sah auch Red Sparrows Coach Ralf Wiggenhauser so: „Wenn man nur acht Tore bekommt, muss man mehr daraus machen. Wir haben zu viele Bälle verworfen.“. Dennoch zeigte sich Wiggenhauser sehr zufrieden mit seiner Mannschaft: „Die erste Halbzeit war einfach richtig stark. Debora hat super gehalten und unsere Abwehr hat unglaublich gut gehalten. Wir hatten nur fünf technische Fehler, was ein super Wert für uns ist.“

Mit Beginn der zweiten Halbzeit änderte sich die Partie. Das Momentum war nun klar auf Seiten der TG Nürtingen. Die ersten vier Minuten konnten die Red Sparrows die vier Tore Führung noch halten, aber dann verloren sie beim Stand von 14:10 die Kontrolle über das Spiel. Die Gäste wurden stärker, kämpften sich über die Abwehr wieder in die Partie, spielten abgeklärter als die Breisgauerinnen und drehten die Begegnung nach 45 Minuten mit einem 7:1 Lauf auf 15:17. „Wir sind im Angriff besser geworden, hatten mehr Zug zum Tor, wurden aktiver in der Abwehr und sind so wieder ins Spiel gekommen“, erklärte Stefan Eidt die Aufholjagd seiner Mannschaft.



Angelika Makelko, nach langer Verletzungspause wieder dabei, führte die Mannschaft in der Schlussphase an. (Foto: Patrick Seeger)

Die Red Sparrows konnten sich allerdings mit Kampfgeist und Entschlossenheit wieder in die Partie arbeiten. Angetrieben von zwei Toren von Angelika Makelko, welche wie keine Andere diese Attribute verkörperte, kamen die Freiburgerinnen wieder ran und glichen in der 49.Minute auf 18:18 aus. Auch nachdem Nürtingen sich in der Folge wieder mit 3 Toren absetzen konnte, kämpften sich die Red Sparrows wieder heran auf ein Tor zum 20:21. Mit noch zwei Minuten auf der Uhr war das Spiel nun wieder völlig offen und die Red Sparrows hatten die Chance zum Ausgleich, doch heute sollte es einfach nicht reichen. Das 20:22 durch Julia Bauer setzte den Deckel auf dieses hochspannende und tolle Handballspiel.

„Das war Abstiegskampf pur. Keine Mannschaft wollte verlieren. Am Ende war es eine absolute Willensleistung unserer Mannschaft.“, fasste Stefan Eidt die Partie zusammen.

„Ich kann schlussendlich nur den Hut vor meiner Mannschaft ziehen. Wir haben hintenraus super gekämpft und am Ende ist es auch einfach ein Stück weit Pech. Aber so ist es halt, Glück und Pech liegen nahe beieinander und zur Zeit haben wir halt mehr Glück als Pech.“, resümierte Ralf Wiggenhauser.

Durch die Niederlage der Red Sparrows und den 31:29 Sieg des SV Werder Bremen gegen den HC Leipzig rutschen die Freiburgerinnen nun auf den vorletzten Tabellenplatz ab. Dennoch konnten die Red Sparrows an diesem Spieltag zeigen, weshalb sie in dieser Liga spielen. Das macht auch Wiggenhauser Mut für die kommenden Partien: „Diese Woche war ein Schritt vorwärts. Wenn ich sehe, wie meine Mannschaft trainiert, wie sie sich jede Woche reinschmeißt, ist es genau das, was uns auszeichnet. Wir werden alles dran setzen, wieder zu punkten!“

Spielverlauf: 1:0 (4'), 2:1 (6'), 2:2 (9'), 5:2 (14'), 5:4 (18'), 6:6 (20'), 8:6 (25'), 10:8 (29'), 12:8 (30'); 14:10 (34'), 15:17 (45'), 18:18 (49'), 18:21 (55'), 20:21 (59'), 20:22 (60')

Red Sparrows HSG Freiburg - TG Nürtingen 20:22 (12:8)

Red Sparrows: Lena Fischer, Debora D’Arca, Sabrina Romeike; Kathrin Schilling, Christiane Baum (2), Angelika Makelko (4), Denise Schwaiger, Carolin Spinner (2/2), Alica Burgert (8), Nadine Czok (2/1), Leonie Hartl(1,1x2’), Simone Falk, Maja Zeides, Jessica Peter (1x2’), Marie Lipps (1); Trainer: Ralf Wiggenhauser

TG Nürtingen: Jesse van de Polder, Christine Hesel; Nina Fischer (6/2, 1x2’), Lisa Wieder (1), Delia Cleve (1), Lea Schuhknecht (6/1), Miriam Welser (3), Carmen Siller (1), Anna Klotzbücher (1), Julia Bauer (3,1x2’), Lenya Treusch, Saskia Wagner; Trainer: Stefan Eidt

Schiedsrichter: Jan Lier, Manuel Lier
Zuschauer: 300

Ausblick: Bevor die Red Sparrows am 14.3.2020 daheim gegen den HC Leipzig antreten, fahren sie kommenden Spieltag zum Tabellenneunten TuS Lintfort. Das Spiel findet am 8.3.2020 um 16:00 Uhr statt.


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