A-Jugend der HSG Konstanz erwartet Balingen.


Noch ist die A-Jugend der HSG Konstanz nicht richtig in ihrer insgesamt achten Bundesliga-Saison angekommen. Dazu war noch zu viel Stückwerk im ersten Spiel bei Topteam Stuttgart. Im ersten Heimspiel (Sonntag, 14 Uhr), im Derby gegen Balingen-Weilstetten, möchten sich die Gelb-Blauen nun von einer ganz anderen Seite zeigen.

Denn die Duelle gegen die Jung-Gallier von der Alb waren in den letzten Jahren stets hochklassige, intensive Schlagabtäusche, meist richtig sehenswerte Partien. Nach einer Pause in der letzten Spielzeit – Balingen hatte die Bundesliga-Qualifikation verpasst – steht nun schon ein richtungsweisendes Derby bevor. Nicht nur, weil bei lediglich neun Vorrundenspielen, nach der die Liga in eine Meister- und Pokalrunde aufteilt wird, Ausrutscher kaum zu korrigieren sind. In erster Linie, weil sich zwei Teams auf vermeintlicher Augenhöhe und Konkurrenten um einen Platz im vorderen Tabellenmittelfeld gegenüber stehen.

Während Konstanz die Niederlage beim TVB Stuttgart schnell verdaut hat, weil, so Trainer Thomas Zilm, „völlig berechtigt“, hatte Balingen mehr Glück. Rund zwei Minuten vor dem Ende mit zwei Toren zurück, gelang im ersten Spiel nach der Rückkehr in die Eliteklasse vor eigenem Publikum vier Sekunden vor Schluss immerhin noch der Ausgleich zum 33:33 gegen Bundesliga-Neuling TSV Allach. Vor allem über hohes Tempo und eine gute technisch-taktische Ausbildung will der Erstliga-Nachwuchs des HBW erfolgreich sein. Dabei ist die Abwehr, anders als noch die der Stuttgarter, wesentlich offensiver und auf Ballgewinne ausgerichtet. „Sie suchen das Eins-gegen-Eins und die Gegenstöße“, so Zilm.

Inzwischen ist zudem die Auftaktniederlage gut aufgearbeitet worden. „Wir kennen unsere Fehler und Mankos“, sagt er. „Jetzt müssen wir schnell spielfähiger werden.“ Mehr Intensität, schnellere Umsetzung und vor allem, dass „die Jungs die Leichtigkeit im Spiel spüren“, wünscht sich der B-Lizenzinhaber. Zuletzt war ihm der Auftritt seiner Schützlinge mitunter etwas zu „verkopft.“ Für viele letztjährige B-Jugendliche, die nun mit viel Verantwortung ausgestattet werden, ist die neue Situation noch ungewohnt. „Sie bekommen das Vertrauen“, macht Zilm deutlich, der einen sehr jungen Kader mit vielen Akteuren des jüngeren Jahrgangs betreut. „Aber es gibt auch kein Verstecken mehr. Jetzt kann und muss jeder zeigen, was er draufhat.“

Was an Physis fehle, müsse durch Kampfgeist, Schnelligkeit, Bewegung und Athletik wettgemacht werden, fordert der ehemalige Zweitliga-Torschützenkönig. Ebenso wie durch gutes Mannschaftsspiel. Die Anlagen, das Talent und Potenzial sind jedenfalls vorhanden. Dies blitzte auch in Stuttgart immer wieder auf. Personell ist zudem unter Umständen mit etwas Entspannung zu rechnen, sodass der eine oder andere zuletzt noch verletzte Akteur zurückkehren könnte. In den Heimspielen schwebt dem Zweitliga-Nachwuchs vom Bodensee außerdem ein selbstbewusster Auftritt vor, wie schon in der letzten Spielzeit. Zilm: „Außer vielleicht gegen die Rhein-Neckar Löwen will ich möglichst jedes Heimspiel gewinnen. In einem offenen Fight müssen wir zeigen, wer an diesem Tag die größere Spiellaune hat und weniger Fehler macht.“

Für Florian Wangler – im ersten Match elffacher Torschütze – wird es zudem zu einem besonderen Wiedersahen mit seinen ehemaligen Balinger Mitspielern kommen. Aber auch sonst kennt man sich aus der Auswahl Baden-Württembergs bestens. Mit einem Lächeln gibt der HSG-Coach trotz der vielen Verbindungen die Marschroute vor: „Auf dem Spielfeld gibt es keine Freunde. Wir wollen das Maximale herausholen. Dann werden Spiel und Ergebnis auch positiv für uns sein.“ (Billd: Michael Elser)

Spielanpfiff: HSG Konstanz – JSG Balingen-Weilstetten, Sonntag, 14 Uhr, Schänzle-Sporthalle.

HSG Konstanz  JSG Balingen-Weilstetten

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