A-Jugend der HSG Konstanz bei Tabellennachbar Echaz-Erms.


Frust und Ärger herrschten zuletzt bei der A-Jugend der HSG Konstanz. Eine Halbzeit hatte man dem SV Zweibrücken trotz seit Wochen großer Personalprobleme nicht nur getrotzt, sondern war auch die spielbestimmende Mannschaft. Doch plötzlich funktionierte nicht mehr viel und Trainer Thomas Zilm schimpfte nach dem Spiel auch über zu wenig Kampf und den vermissten allerletzten Willen.

Vor dem wichtigen Spiel beim direkten Tabellennachbarn JSG Echaz-Erms, mit sieben Pluspunkten bislang genauso erfolgreich wie die HSG, gab es am Montagabend zum Auftakt der Trainingswoche gleich mal einen „Einlauf für das Team“, wie Thomas Zilm erzählt. „Wir benötigen 100 Prozent in allen Belangen“, unterstreicht er. Dabei spricht er es zwar nicht an, doch es liegt auf der Hand. Gerade jetzt, in der schwierigen Situation mit vielen personellen Ausfällen von diversen Leistungsträgern, sind die verbliebenen Akteure gefordert, Verantwortung zu übernehmen. „Bei 95 Prozent verlieren wir“, nimmt er kein Blatt vor den Mund. „Jeder soll aufopferungsvoll für sich kämpfen – und für seine Mitspieler.“ Denn wenn es bei machen nicht laufe, „müssen andere einspringen.“ Vor allem über eine im Vergleich zu den letzten Begegnungen wieder deutlich verbesserte Deckungsleistung soll sich das junge HSG-Team wieder Sicherheit holen und die eigenen Torhüter besser in das Spiel bringen.

Denn im Duell mit der JSG-Echaz-Erms, einem Zusammenschluss aus dem Drittligisten VfL Pfullingen und dem inzwischen in dieser Saison vom Spielbetrieb abgemeldeten Ex-Erstligisten TV Neuhausen, steht einiges auf dem Spiel. Schon in der letzten Spielzeit lieferten sich beide Mannschaften ein heißes Rennen um den sechsten Tabellenplatz, am Ende gab es trotz eines HSG-Sieges in Württemberg am letzten Spieltag ein Happy End für beide. Konstanz wurde Fünfter, Echaz-Erms Sechster, sodass beide Teams ohne lange Qualifikation direkt für die Bundesliga gesetzt waren. Obwohl nun eine Reform der Jugend-Bundesliga und ihrer Zusammensetzung sowie Qualifikation bevorstehen, aktuell könnte die Partie und deren Ausgang den Weg für die nächsten Wochen weißen.

So sagt Zilm unmissverständlich: „Ich erwarte am Wochenende eine Reaktion. Ich möchte 60 Minuten eine Mannschaft sehen, die 100 Prozent Kampf und Initiative zeigt.“ Benedikt Hafner wird zusätzlich auf der langen Liste der Verletzten stehen, mehrere weitere Akteure sind angeschlagen, doch der HSG-Coach betont: „Wir werden mit 14 Mann auflaufen.“ Sei es erneut durch Hilfe aus der B- oder A2-Jugend. Zilm: „Wir wollen das Maximum herausholen. Am letzten Wochenende haben wir zwei Punkte verschenkt, also gilt nun: Voll auf Sieg!“ Alles gegen einen unbequemen Gegner, der eine ähnliche Spielphilosophie pflegt wie der Drittliga-Nachwuchs vom Bodensee.

Unbequem soll sich denn auch die HSG präsentieren, mit einer „knallharten Abwehr“, die, so Zilm, „innerhalb von neun Metern nichts zulässt.“ Zudem hat er sich ein paar taktische Varianten überlegt, um den Gegner immer wieder vor neue Herausforderungen stellen zu können. „Wir wollen“, sagt er, „flexibel und schwer ausrechenbar sein.“

Anpfiff: JSG Echaz-Erms – HSG Konstanz, Sonntag, 15 Uhr, Kurt-App-Halle Pfullingen.

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