Erst ab dem 21./22. November sollte in Südbadens Hallen der Spielball wieder ausgepackt werden – doch der Termin wurde durch die politische Entscheidung obsolet. ©Peter Heck

Der deutsche Sport wird von den verschärften Corona-Maßnahmen von Bund und Ländern hart getroffen. Angesichts steigender Infektionszahlen ist der Freizeit- und Amateursportbetrieb vom 2. bis 30. November weitgehend untersagt.

 Vereine dürfen nicht mehr trainieren. Allein der Individualsport, also etwa alleine joggen, ist weiter erlaubt. Alfons Hörmann, Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes, hatte noch am Dienstag auf »Fingerspitzengefühl« der Politik gehofft.

Entschluss von der Politik eingeholt

Die Entscheidung kam auch für die Sportverbände überraschend. Noch am Morgen hatte der Südbadische Handball-Verband (SHV) nach einer Telefonkonferenz am Dienstagabend seine Entscheidung mitgeteilt, den Spielbetrieb für Aktive und Jugend infolge der Corona-Pandemie bis einschließlich 14./15. November auszusetzen. Am Abend musste SHV-Präsident Alexander Klinkner feststellen: „Unser Entschluss wurde auf der politischen Ebene wieder eingeholt.“

Neue Bewertung notwendig

Noch in der vergangenen Woche hatte der Südbadische Handball-Verband seinen Vereinen die Möglichkeit eröffnet, bei einem Inzidenzwert über 50 (Neuinfektionen pro 100 000 innerhalb von sieben Tagen) ein Spiel zu verlegen. Dabei gab es Ausfälle bis zu fast 80 Prozent (wir berichteten). „Diese Situation hat uns zu einer erneuten Bewertung der Sinnhaftigkeit der Fortführung der Spielrunde 2020/2021 bewegt“, so Alexander Klinkner in seiner Pressemitteilung. 

Kein Infektionsherd

Der SHV-Präsident hatte zuvor betont, dass es weiterhin keine Entscheidung der Landesregierung geben würde, den Mannschaftssport in Wettkampfform flächendeckend abzusetzen. Am Abend kam dann der Paukenschlag aus Berlin. „Dafür gibt es auch keine argumentative Grundlage, da das Handballspielen an sich bisher nicht als Infektionsherd identifiziert wurde“, so Klinkner.

Partner-Verbände mit anderer Entscheidung

Ursprünglich wollte der SHV den Spielbetrieb erst mal für drei Wochenenden aussetzen und über eine möglicherweise weitere Aussetzung auf Basis der Entwicklung der Vorgaben der Landesregierung und den Daten des RKI am 10. November neu beraten.
Die Entscheidung des SHV-Präsidiums war im Übrigen anders ausgefallen als die der Handball-Partnerverbände in Baden-Württemberg. Württemberg hat seinen Spielbetrieb bis zu seinem Verbandstag am 28. November ausgesetzt, der Badische Handball-Verband bis 31. Dezember. „In den drei Landesverbänden ist die Karte des Infektionsgeschehens deutlich unterschiedlich, weshalb auch die Entscheidungen unterschiedlich sein können und sollen“, hatte  Klinkner begründet.

Keine Spiele in 2020 mehr?

Auch der Appell des Verbandspräsidenten an die Vereine und Mannschaften, den Trainingsbetrieb unter den Maßgaben des Hygienekonzepts nicht einzustellen, war am Mittwochabend durch die Beschlüsse nicht mehr zu halten. „Wir müssen nun auf die kompletten Formulierungen warten und im Laufe der nächsten Woche neue Entscheidungen treffen“, so Klinkner. Beim SHV geht man aber davon aus, dass in diesem Jahr nicht mehr gespielt werden kann.  

Oberliga noch offen

Was die BW-Oberliga betrifft, die unter Handball Baden-Württemberg läuft, waren die Vereine am Mittwoch noch ziemlich ratlos. Erst am Abend sollte eine Entscheidung fallen, noch waren die Wochenend-Spiele angesetzt. In einer Umfrage zuvor hatte sich der TuS Schutterwald für eine Unterbrechung positioniert. 

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