Die Mannschaft des TuS Schutterwald, die 1967 in der Feldhandball-Bundesliga spielte.
Der frühere Handball-Nationalspieler Günter Roth, einst schlitzohriger und technisch äußerst versierter Rückraumspieler, ist im Alter von 76 Jahren einige Wochen nach einer Herzklappen-Operation gestorben.

 

Der Ortenauer Handball ist reich an klangvollen Namen: Simon Schobel, Arno Ehret, Arnulf Meffle, Armin Emrich, Gerd Leibiger oder Martin Heuberger. Noch ehe diese Generation eine 35 Jahre anhaltende Bundesliga-Tradition in erster oder zweiter Liga angeschoben hatte, gab es die Feldhandball-Szene. Und die prägte vor allem einer: Günter Roth aus Altenheim.

„In seiner Zeit war Günter Roth der beste Handballer in Südbaden, ein wirklich überragender Spieler“, sagt Uwe Noe (81), der in den 1960er-Jahren das Tor des TuS Schutterwald hütete. Roth stammt aus einer Willstätter Handball-Familie und wechselte 1963 mit 19 Jahren zum TuS Schutterwald. Dort war der Linkshänder maßgeblich am Aufstieg in die Feldhandball-Bundesliga 1967 beteiligt. „Groß war er nicht“, sagt Noe, „aber mit seinen Körpertäuschungen hat er die Gegner nass gemacht.“

Nationalspieler im Feld- und Hallenhandball

Roth spielte im Rückraum und gehörte zu den wenigen Spielern, die sowohl im Feld- als auch im Hallenhandball das Nationaltrikot trugen. Bei den Offenburger Neujahrs­turnieren, die in den 1960er-Jahren Highlights für die Region bedeuteten, war Roth das Ass der Auswahl Südbadens, die sich in der Oberrheinhalle mit europäischen Spitzenteams wie Dukla Prag und Steaua Bukarest messen durfte.

Nach seiner Zeit beim TuS Schutterwald wechselte Roth, der in das Altenheimer Tanzlokal „Schwanen“ eingeheiratet hatte, über den Rhein zu Racing Straßburg, wo der spätere Willstätter Trainer Max Zorn de Bulach das Zepter schwang. Anschließend spielte Roth noch für den TuS Altenheim und trug schließlich ein zweites Mal das Trikot des TuS Schutterwald.

Ein besonderes Trio

Nach der Karriere lebte Roth eine Zeit lang in München. Nach seiner Rückkehr in die Ortenau traf er sich regelmäßig in Offenburg im „Bistro“ mit Noe und dem im Mai verstorbenen Hofweierer Alt-Abteilungsleiter „Didi“ Isen. Erst die Corona-Pandemie stoppte die gemeinsamen Unternehmungen des Trios. Was bleibt, ist die Erinnerung an einen der besten Handballer der Region. „Günter Roth konnte in einer Telefonzelle einen Gegner umspielen“, sagt Ex-Keeper Uwe Noe, der stets den exklusiven Vorteil hatte: Er musste die Torschüsse seines Teamkameraden Günter Roth nicht halten.

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