Mit furiosem Endspurt verloren geglaubte Partie noch aus dem Feuer geholt.
Im Duell der beiden 3.Liga-Aufsteiger aus Baden-Württemberg und Bayern wollten die SG Mädels, ohne die krankheitsbedingt fehlende Kathrin Gerspach unbedingt zu Punkten kommen, bevor in den nächsten Wochen richtig harte Brocken lt. Spielplan zu erwarten sind. Dies gelang gegen das Münchner Team am Anfang nur bedingt, zeigte man überraschend gleich zu Beginn etliche Unkonzentriertheiten im Abschluss, aber auch in der sonst sicher stehenden Abwehr, die in der gewohnten offensiven Variante an diesem Nachmittag ungewohnte Lücken offenbarte und die Torhüterinnen Miriam Federau und Svenja Wunsch viel zu oft im Stich ließen. Nach 10 Minuten ging man dann erstmals überhaupt in Führung (6:5), was aber mehr ein Aufflackern alter Stärke bedeutete, ließ man dann erneut reihenweise mit einfachen Fehlern die gebotenen Chancen liegen und vergab so manche Gelegenheit sich abzusetzen. Beim 12:12 in der 23. Minute war man noch auf Augenhöhe, um dann aber in der schwächsten Spielphase trotz Auszeit völlig den Faden zu verlieren und reihenweise in die gegnerischen Konter zu laufen – eine Stärke, die man eigentlich selbst nutzen wollte, wurde bis zum Halbzeitstand von 12:17 dann eine sehr bittere Erfahrung.

Mit klaren und deutlichen Worten versuchte das Trainerduo Bauer/Manz die Mädels in der Kabine etwas wachzurütteln und das nötige Selbstvertrauen einzuimpfen und stelle dabei auch mit dem Anpfiff zur 2. Halbzeit die Abwehr komplett auf eine defensivere 6:0 Variante um, und gab auch der 3. Torhüterin Olivia Blandl ihre Spielanteile. Näher als 3 Tore kam man trotz vieler Bemühungen nicht heran und beim 22:26 (49.Minute) war die Tordifferenz erneut auf 5 Treffer angewachsen und viele der erneut zahlreichen Zuschauer begannen sich mit der drohenden Niederlage abzufinden. Erneut stellten die SG Trainer nun die Abwehr um, beorderte die immer überzeugender aufspielende und nun unheimlich aufdrehende Sarina Müller in eine vorgezogene „Kurzdeckung“ gegen die Spielmacherin der Gäste. Dies war einer der Gründe, warum sich nun das Spiel besser zugunsten der Heimmannschaft drehte. Über einen guten Abwehrblock kamen die Würmer Frauen nicht mehr so einfach zum Abschluss und die nun Morgenluft witternden Mädels um die immer mehr aufdrehende Jugendnationalspielerin Laeitita Quist, in ihrem besten Saisonspiel, fanden nun wieder den erhofften Faden für eine mögliche Wendung des Spiels.

Als dann der Trainer der bayrischen Gäste angesichts der nun immer selbstbewusster auftretenden Rebländerinnen volles Risiko ging und mehrfach die Torhüterin zugunsten einer 7. Feldspielerin wechselte, nutzten die SG-Truppe besonders mit der inzwischen eingewechselten Munja Kotzian die sich nun bietenden Chancen und konnten innerhalb von knapp 4 Minuten plötzlich den 26:26 Ausgleich erzielen. Mit zwei völlig cool verwandelten Strafwürfen, die Anina Hodapp und die ebenfalls frisch eingewechselte Kreisläuferin Sarah Daul erkämpft, krönte Strafwurfexpertin Sarah Hildebrand diese unheimlich starke Phase der SG Steinbach/Kappelwindeck und man zog erneut innerhalb von weiteren 4 Minuten in einem wahrlichen „Flow“ mit vier Treffern vorentscheidend davon, um einen (fast) nicht mehr für möglich gehaltenen wichtigen Heimsieg doch noch unter Dach und Fach zu bringen und zwei weitere wichtige Zähler im Kampf um den Klassenerhalt einzufahren.

Am nächsten Samstag reist man nun erstmals nicht zur Reserve, sondern zur traditionsreichen Bundesligatruppe des SV Allensbach, die vor Jahren noch als Zweitligist immer die unumstrittene Nr. 1 in Südbaden waren und mit vielen talentierten und leistungsstarken Spielerinnen bestückt sind, die sicherlich der SG einen ganz heißen Empfang bereiten werden.

Allerdings ist auch bei der Truppe um Nathalie Droll und Simi Falk sichtlich noch „Luft nach oben“, will heißen, wenn man sich auf die eigenen Stärken besinnt und die Fehlerquote reduzieren kann, sollte man nicht völlig chancenlos an den Bodensee reisen.

(Bericht : Drulli, Fotos: 3 Matchwinner in Aktion:  Sarina Müller, Munja Kotzian und Laetitia Quist Bilder : Marco Schreiber)

SG Kappelwindeck/Steinbach - HSG Würm-Mitte 33:29 (12:17)

SG Kappelwindeck/Steinbach: Miriam Federau, Svenja Wunsch, Olivia Blandl, Anina Hodapp, Laetitia Quist (11), Nathalie Droll, Franziska Manz (1), Fitore Aliu, Simone Falk (3/2), Sarah Hildebrand (4/2), Sarah Daul (2), Munja Kotzian (4), Sarina Müller (6), Verena Keller, Stephanie Elies (2); Trainer: Arnold Manz

HSG Würm-Mitte: Daniela Schnitzler, Patricia Contro, Marika Hannemann, Miriam Wilke, Isabell Toth (3), Paula Reips, Nicole Huber (7/4), Sara Markovic (2), Alexandra Müller (3), Franziska Maria Piffer (1), Jenny Oertel (4), Vera Laipple (5), Miriam Becker, Andrea Petsch, Ann-Christin Steinhart (4/2); Trainer: Claus Lohmann

Schiedsrichter: Stefan Bendel, Paul Schulte-Coerne

Zuschauer: 180

Gelb: Anina Hodapp (3.), Simone Falk, Sarah Daul (3.) / Vera Laipple, Alexandra Müller, Miriam Wilke (2.)

Strafminuten: 4:10

2 Minuten: Nathalie Droll, Sarina Müller / Marika Hannemann, Isabell Toth, Sara Markovic, Vera Laipple, Ann-Christin Steinhart

Vergebene Siebenmeter: Simone Falk / Ann-Christin Steinhart

SG Kappelwindeck/Steinbach  HSG Würm-Mitte

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