Das Wochenende hielt bei den Vereinen der Handball Bundesliga Frauen das gesamte Spektrum an Wettbewerben bereit.


In Meisterschaft, Pokal, Champions League und EHF-Pokal waren die Teams gefordert. International sorgte vor allem Bietigheim für ein Ausrufezeichen, keinen Sieger gab es im Liga-Spitzenspiel zwischen Leverkusen und Göppingen und im Pokal stehen die Achtelfinalteilnehmer nun endgültig fest.

Bietigheim hat international für Furore gesorgt. Mit 30:28 (16:12) konnte man den rumänischen Titelkandidaten CSM Bukarest in die Knie zwingen. "Es war das beste Spiel in der MHP Arena seit ich bei der SG BBM bin. Die Mannschaft hat die taktischen Vorgaben hervorragend umgesetzt. Glückwunsch an meine Mädels für diese sensationelle Teamleistung. Wir haben heute gegen einen übermächtigen Gegner verdient gewonnen", freute sich Bietigheims Cheftrainer Martin Albertsen nach dem Sieg über den Sieger der EHF Champions League von 2016.

Die zweite Niederlage setzte es hingegen für den Thüringer HC, nach einer 12:10-Halbzeitführung verlor der Deutsche Meister bei Krim Ljubljana mit 20:27. "Ich finde, dass wir kämpferisch und abwehrtechnisch in der ersten Halbzeit gut gegengehalten haben. Wir hätten mit drei, vier Toren in die erste Halbzeit gehen müssen", haderte THC-Coach Herbert Müller nach der Partie und resümierte:  "Wir haben zu wenig gekämpft und aus dem Rückraum katastrophal schlecht geworfen."

Einen Sieg, ein Remis und eine Niederlage gab es hingegen für das Trio im EHF-Pokal, das nun am kommenden Wochenende jeweils vor heimischer Kulisse den Einzug in die 3. Runde schaffen kann. Die TuS Metzingen siegte hauchdünn gegen Astrakhanochka Astrachan mit 28:27 (13:14). "Wir haben ein hochintensives Spiel gesehen, in dem wir kämpferisch nie nachgelassen haben und aufgrund der besseren Physis und des größeren Willens am Ende auch knapp gewonnen haben. Nach einer verschlafenen Anfangsphase sind wir gut zurück ins Spiel gekommen. Auch wenn wir den einen oder anderen Fehler zu viel gemacht haben, ist der knappe Sieg eine gute Ausgangsposition. Trotzdem ist es erst Halbzeit und der Gegner ist brandgefährlich", so Metzingens Trainer André Fuhr.

Mit einem 25:25 (12:13) beim CS Zalau meldete sich Borussia Dortmund international zurück. "Dieses Ergebnis gibt uns eine realistische Chance auf das Weiterkommen. Aber Zalau wird sich auch einen Plan machen und bis zum Schluss kämpfen. Wir müssen in der Abwehr Lösungen gegen ihren dynamischen Rückraum finden und brauchen selbst ein tolles Publikum im Rücken, dann kann es klappen", so BVB-Coach Gino Smits.

Geschlagen geben musste sich hingegen der Buxtehuder SV, der nach einer 14:10-Halbzeitführung am Ende bei Viborg HK mit 24:27 verlor. "Wir hätten das Ergebnis auch ganz weggeben können, haben das mit großem Kampfgeist aber verhindert", so BSV-Coach Dirk Leun, der mit Blick auf das anstehende Rückspiel gegen den mehrfachen Europapokalsieger betonte: "Das Ergebnis lässt alle Chancen offen, die nächste Runde zu erreichen."

Im DHB-Pokal komplettiert der VfL Oldenburg das Achtelfinale. Der Titelverteidiger gewann sein Heimspiel gegen die HSG Bad Wildungen Vipers mit 29:28 (16:18). "Im Angriff haben wir ganz gut gespielt, aber mit der Abwehrleistung kann ich nicht zufrieden sein. Wir haben zu passiv gedeckt", so VfL-Coach Niels Bötel, während Vipers-Trainerin Tessa Bremmer ein Sonderlob an Kreisläufertalent Maxi Mühlner verteilte: "Maxi war in der Abwehr sehr stark." Oldenburg muss nun in der nächsten Runde bei der TuS Metzingen antreten.

In der Bundesliga stand beim Duell zwischen der HSG Bensheim/Auerbach und der Neckarsulmer Sport-Union der Abstiegskampf  im Vordergrund. Am Ende setzten sich die Flames deutlich mit 32:23 (17:10) durch und kletterten durch die ersten Zähler in der laufenden Saison auf Platz 10. "Wir waren sehr fokussiert auf dieses Spiel, wir haben uns die ganze Woche auch auf unsere Abwehr konzentriert, weil wir die letzten Spiele immer über 30 Tore bekommen haben", so HSG-Trainerin Heike Ahlgrimm, die "sehr stolz" auf ihre Mannschaft war. Anders die Gefühlslage bei den Gästen, NSU-Coach Pacal Morgant betont: "Wir hatten natürlich andere Vorstellungen, wie wir dieses Spiel hier angehen möchten, und wussten im Vorfeld vom Spiel und der Aggressivität der Flames. Umgesetzt haben wir das Besprochene eigentlich gar nicht, hatten vor allem in der ersten Halbzeit überhaupt keine taktische Disziplin und laufen dann früh einem deutlichen Rückstand hinterher."

Der Sonntag hielt dann ein 26:26 (12:13) zwischen TSV Bayer 04 Leverkusen und Frisch Auf Göppingen bereit. "Ganz am Ende bin ich froh, dass es noch zum Unentschieden gereicht hat. Aber wirklich zufrieden kann ich nicht sein", erklärte Elfentrainer Robert Nijdam im Nachgang zu einem Spiel, das von der Spannung lebte. Die Rheinländerinnen festigen mit 5:3 Zählern ihren Platz in der oberen Tabellenhälfte, Göppingen bleibt weiter ungeschlagen und gehört mit 6:2 Zählern wie auch Metzingen und Blomberg-Lippe zu den direkten Verfolgern der Spitzenclubs Thüringer HC und SG BBM Bietigheim (je 8:0).

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