U17-Junglöwe Felix Göttler erzielte gegen die SG Ottenheim/Altenheim zehn Tore. ©RNL

Ein Derby was alles bot und ein freudestrahlender Sieger: Die Rhein-Neckar Löwen haben in der Dritten Handball-Liga einen sensationellen Start mit drei Siegen hingelegt. Mit 28:27 (14:13) wurde der heiß umkämpfte Lokalschlager gegen den nordbadischen Rivalen SG Leutershausen gewonnen. Während die Löwen von der Tabellenspitze grüßen, muss sich der Titelanwärter von der Bergstraße mit erst zwei Zählern zunächst hintenanstellen.

Die Gastgeber hatten es nicht einfach, denn die Schiedsrichter zogen ihre gute Linie konsequent durch. Bei ungewohnt zehn Zeitstrafen befanden sich die Löwen allerdings oft in Unterzahl und bekamen zudem noch neun Siebenmeter gegen sich zugesprochen. Doch auch die SGL hatte Aderlass zu verkraften. Das überharte Einsteigen von Kevin Bitz wurde in der 19. Minute mit der Roten Karte bestraft. Später musste auch Manel Cirac aufgrund der dritten Zeitstrafe vorzeitig auf die Tribüne (38.).

Auf den Rängen waren zwar nur die maximal erlaubten 250 Zuschauer, doch auch hier waren Emotionen spürbar. Die Stimmung war so, als wären drei Mal so viel Menschen in der Stadthalle. Die Partie hatte aber auch einiges zu bieten, so dass die Zuschauer voll auf ihre Kosten kamen. Es war jederzeit spannend und genügend Nervenkitzel vorhanden. Nur selten konnte sich ein Team leicht absetzen. Die SGL bei zwei Zwei-Tore-Führungen (6:8 und 7:9) im ersten Durchgang und die Löwen beim 19:15 und 20:16 nach etwa 40 Minuten.

Nervenstarke Löwen in der Crunchtime 

Doch auch diese vier Treffer Differenz konnte Leutershausen wieder korrigieren und erzielte zehn Minuten vor Schluss den 22:22-Ausgleich. Die Crunchtime war nun längst angebrochen, die Stimmung auf dem Siedepunkt. Das junge Löwen-Team gab gegen die hoch gehandelte SGL, die ohne Bitz und Cirac wichtige Ausfälle kompensieren musste, nie nach. Die Führung wechselte nun wieder auf die Gästeseite, ehe ein 3:0-Lauf durch den überragenden Maximilian Trost (2) und seinem ebenfalls sehr starken Bruder Sebastian Trost das Resultat auf 27:25 (57.) änderte.

Das war der entscheidende Zug, damit am Ende die zwei Punkte in Östringen blieben. Nach der SGL-Auszeit sorgte Sven Schreiber mit einem Doppelschlag zwar für den erneuten Ausgleich zum 27:27, doch mit ungemeinem Siegeswillen erzielte Sebastian Trost nach dem eigenen Timeout den Siegtreffer. Knapp zwei Minuten waren noch zu spielen, doch die Löwen gaben diesen Erfolg nicht mehr aus der Hand. David Späth parierte sensationell den letzten Wurf gegen den völlig freistehenden Philipp Kienscherf.

Trainerstimmen

Michel Abt (Rhein-Neckar Löwen)

„Der Schlüssel zum Erfolg war die sehr entschlossene Teamleistung. Wir hatten eine schwierige Vorbereitungsphase, in der Daniel Hasse sehr gut unterstützt hat. Wir wussten relativ genau, was uns erwartet. Wir haben in diesem sehr harten Spiel sehr gut dagegengehalten, nie zurückgesteckt und den am Ende verdienten Sieg erarbeitet.“

Frank Schmitt (SG Leutershausen)

„Das Spiel stand auf des Messers Schneide. Für mich war das Spiel nicht zu hart. Wir waren sicherlich die unglücklichere Mannschaft. Wir haben letzte Woche unglücklich einen Punkt liegen lassen, heute keinen Punkt mitgenommen. Es ist der dritte Spieltag, das ist für mich kein Problem. Wir vergessen einfach uns zu belohnen. Ich stelle immer wieder fest, dass in der Südstaffel doch ein anderer Handball gespielt wird.“

 

Herbe Schlappe für die U19

Die Punkteteilung bei der SG Pforzheim/Eutingen wirkte wie ein Dämpfer. Es sollte eine Reaktion beim Heimspiel gegen die HG Oftersheim/Schwetzingen folgen. Doch an diesem Spieltag gab es für die U19 der Rhein-Neckar Löwen in der Jugendbundesliga einen härteren Gegenschlag: Der Favorit unterlag völlig überraschend mit 28:29 (14:15).

Die Glückwünsche gingen zwangsläufig aber auch verdient ans Gästeteam, dass sich in einen wahren Rausch spielte. Zwischendurch lag die HG sogar deutlicher vorne. Spätestens beim 17:22-Rückstand musste den Junglöwen klar geworden sein, wohin diese Partie führen kann.

Und die Gastgeber rauften sich dann nochmals auf und machten die Begegnung spannend. Als der 28:28-Ausgleich errungen wurde, lag sogar die Wende in der Luft. Doch kurz vor Ablauf der Spieluhr bekamen die Gäste einen Siebenmeter, der von Till Nasgowitz auch zum Sieg verwandelt wurde.

Trainerstimme

Daniel Haase (Rhein-Neckar Löwen)

„Glückwunsch an die HGOS, das war kämpferisch und emotional absolut verdient. Das war sicherlich auch eines der schlechtesten Spiele seit ich bei den Löwen A-Jugendtrainer bin. Das müssen wir ganz klar ansprechen und analysieren. Die Aktion am Ende ist nicht das Entscheidende, sondern die 55 Minuten davor. Vielleicht haben wir die HGOS ein wenig unterschätzt. Aber das müssen wir anschauen und ab Montag die Erkenntnisse daraus ziehen. Ich hoffe, dass wir daraus lernen.“

 

U17 schlägt die SG Ottenheim/Altenheim

Mit ihrem dritten Sieg im dritten Spiel behaupten die Rhein-Neckar Löwen ihre Tabellenführung in der Oberliga Baden-Württemberg. Am Ende stand ein ungefährdeter 40:25 (20:10)-Sieg für die Mannen von Tobias Scholtes und Jogi Grupe zu Buche.

Die Junglöwen starteten ungewohnt schwer ins Spiel und lagen nach einem fahrigen Beginn mit 1:3 zurück (5. min). Doch dann kamen die Hausherren ins Rollen und rückten binnen nur vier Minuten mit einem 6:0-Lauf zum 7:3 die Kräfteverhältnisse zurecht. Nach diesem Zwischenspurt der Junglöwen konnten die südbadischen Gäste nur bis zum 12:8 einigermaßen auf Tuchfühlung bleiben (15. min), ehe nach einem weiteren beeindruckenden 8:2-Lauf die Partie zur Halbzeit bereits entschieden war (20:10).

Mit dem sicheren Gefühl des Sieges im Rücken ließ – wie bereits in der Vorwoche – die Konzentration der Junglöwen im zweiten Spielabschnitt merklich nach. Die Abwehr packte nicht mehr so energisch zu, einige 100%ige Torchancen wurden liegengelassen und der Spielfluss litt unter allzu vielen Einzelaktionen. Dadurch konnten die Gäste bis zur 40. Spielminute ihren 10-Tore-Rückstand wahren, bevor die Junglöwen zum Ende der Partie doch nochmals einen Gang hochschalteten und am Ende ihren Vorsprung auf 15 Tore ausbauten. Vor allem der Löwen-Youngster Marc Riffelmacher, der sogar noch für die U15 spielberechtigt ist, wusste in der Schlussphase mit vier blitzsauberen Toren zu gefallen.

Nach dem rundum gelungenen Saisonstart mit 6:0 Punkten erwartet die Junglöwen am kommenden Sonntag eine echte Reifeprüfung. Es geht zur JSG Balingen-Weilstetten, den Galliern von der Alb, denen die Junglöwen in dieser Jahrgangsstufe bereits in der C-Jugend beim Finalturnier um die baden-württembergische Meisterschaft gegenüber standen. Um den Erfolg von damals wiederholen zu können, werden die Junglöwen erstmals in dieser Saison ihren Fokus über die komplette Spieldauer hochhalten müssen. Dazu sind die Jungs freilich ohne Zweifel im Stande und auch bereit – drücken wir also die Daumen, dass dieses Topspiel auch tatsächlich gespielt werden darf.

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