Gefüge muss sich erst festigen.


Ein spannenderes Saisonfinale kann es eigentlich nicht geben und am Ende schafften die Badenliga-Handballerinnen der HG Oftersheim/Schwetzingen das Unglaubliche und Unwahrscheinliche. Sie holten sich im Fernduell mit der SG Heddesheim den badischen Meistertitel und den damit verbundenen Aufstieg in die Oberliga. Und sie wollen bestehen und nicht nur eine Durchgangsstation sein.

„Wir wollen möglichst überleben, hoffentlich die Klasse halten“, gibt Kapitänin Karolin Kolb das Motto und den inständigen Wunsch ihrer Mädels vor. Und bei voraussichtlich fünf oder sechs Absteigern, ist dies schon eine recht hohe Hürde. Hinzu kommt, dass nicht nur wegen der Drittliga-Absteiger Birkenau und Bietigheim II und Titelmitfavorit Steißlingen die Liga in ihrer Zusammensetzung als eine der stärksten der letzten Jahre angesehen wird. Auch die HSG St. Leon/Reilingen wird auf Grund ihrer Verstärkungen hoch eingeschätzt.

„Außerdem wollen wir als Team weiter zusammenwachsen“, fügt Kolb noch an. Und dafür sind sie und ihre Kolleginnen bereit, vieles zu geben. Denn eigentlich wurde ihnen in der anstrengenden Vorbereitungszeit eine trainingsfreie Woche zugestanden. Doch wer in den Schwetzingen/Oftersheimer Hallen vorbeischaute, sah das komplette Team inklusive der Verletzten eifrig daran arbeiten, sich weiter zu entwickeln. Neue Spielzüge wurden einstudiert, Abläufe und Laufwege optimiert oder die individuellen Fähigkeiten weiterentwickelt.

Ob dies alles reicht um als wettkampftauglich in Baden-Württembergs höchster Spielklasse eingestuft zu werden, dürfte sich gleich am ersten Spieltag zeigen. Denn Gastgeber TSV Bönnigheim (Sonntag, 16.45 Uhr) geht bereits in seine fünfte Oberliga-Saison, dürfte als etabliert gelten. Obwohl sich der Kader stark verändert, verjüngt hat, wird ein hohes Ziel angestrebt. „Als Mannschaft haben wir uns trotzdem sehr früh das Ziel gesetzt, im nächsten Jahr einen Platz im vorderen Tabellendrittel anzustreben“, meinte TSV-Trainer Stefan Martin. Einen ersten Rückschlag musste sein Team indes schon hinnehmen. Im württembergischen Pokal unterlag es der SG H2Ku Herrenberg II, die eine Spielklasse tiefer angesiedelt ist.

Bei Oftersheim/Schwetzingen wird von Funktionärsseite darum geworben, der eigenen Mannschaft Zeit zu geben, Geduld zu bewahren. Es wird davon ausgegangen, dass zum einen das Gefüge sich noch weiter festigen muss zum anderen wird auf die Rückkehr der Langzeitverletzten Saskia Zachert und Tamara Gölitz gesetzt. Aber auch sie bräuchten dann ein wenig Anlauf, um sich wieder einzupassen.

Kolander vorsichtig optimistisch

Aber nicht nur die Spielklasse wird eine neue Erfahrung darstellen. Neu ist mit Matthias Kolander auch der verantwortliche Trainer. Er sprach mit uns kurz über seine Einschätzung der Lage. Mit der Vorbereitung und mit den Testspielen war er sehr zufrieden: „Trotzdem haben wir noch einige Baustellen, die wir aber im Laufe der Runde weitestgehend beheben werden.“ Seinen Kader sieht er mit 19 Spielerinnen gut und breit aufgestellt. Hier sei auch die Qualität durchgehend gut: „Aber die Mädels sind noch etwas zu unerfahren.“ Kein Wunder, bei dem niedrigen Altersdurchschnitt im Team. Kolander selbst habe sich auf das neue Terrain gut vorbereitet und gedenkt, sich im laufenden Wettbewerb wie auch seine Spielerinnen weiterzuentwickeln.

Allerdings gibt er auch zu bedenken: „Die aktuellen Ausfälle von Tamara Gölitz und Saskia Zachert sind im Moment sehr schwer zu kompensieren, da beide Spielerinnen eine hohe Qualität besitzen.“ Dies muss nun durch vermehrte Einsatzbereitschaft ausgeglichen werden. Für das Auftaktmatch in Bönnigheim gibt er die Erfolgswahrscheinlichkeit mit „50:50“ an. „Es wird darauf ankommen, wie wir in die Partie reinfinden werden.“

Der Kader:

Trainer: Matthias Kolander (TSV Amicitia Viernheim)
Co-Trainer: Alex Bender, Torfrau-Trainer: Roger Magnus.

Tor: Nadja Grafetstetter (19), Lea Lamm (18), Mara Becker (23).

Feld: Barbara Kubach (K/24), Nina-Maria Münch (RL/RR/23), Lena Förste (K/18), Anna-Lena Braun (K/25), Tamara Gölitz (RL/RR/23), Lisa Magnus (RL/RR/18), Maren Büker (LA/RM/18), Alina Hilbert (RL/RR/19), Saskia Zachert (K/RL/RR/23), Nina Marmol Carmona (RA/25), Karolin Kolb (RM/24), Aylin Gedik (LA/19), Denis Olbert (RR/RA/28), Annabel Bosse (RM/23), Mia Barthelmeß (LA/K/19), Nadja Königsmann (LA/RA/18/TSG Ketsch II).

Abgänge: Bianca Stan, Isabel Peglow, Ann-Kathrin Göbel, Luisa Oetzel, Antonia Brückner (aufgehört), Tera Bonelli (SG Nußloch).

HG Oftersheim/Schwetzingen

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