Chefcoach Jochen Baumann fühlt sich durch die lange Corona-Zwangspause beim TuS Schutterwald „noch nicht richtig angekommen“. ©Ulrich Marx

Premiere für die Oberliga-Handballerinnen des TuS Schutterwald und auch Trainer Jochen Baumann. Saisonabbruch nimmt eine Last von den jungen Spielerinnen.

 

Als unlängst Nicole Wolber, die sportliche Leiterin der Oberliga-Handballerinnen des TuS Schutterwald, ihr Trainer-Duo in Sachen Vertragsverlängerung befragte, musste Jochen Baumann lachen. „Wir haben ja nicht mal richtig angefangen. Wir sind ja nicht angetreten, um nach sechs Monaten zu sagen: Das war’s“, erklärte der Chefcoach, der mit Co-Trainer David Körkel die Premierensaison der TuS-Frauen in der BW-Oberliga sportlich verantwortete.

Während David Körkel aus den eigenen Reihen stammt, die Willstätter Herkunft ist längst in Vergessenheit geraten, kam der Meißenheimer Jochen Baumann neu zum Aufsteiger und hatte auch zuvor nicht allzu viele Berührungspunkte mit dem TuS Schutterwald – mal abgesehen, dass Bruder Nico seit vier Jahren die TuS-Herren coacht.

Viel Engagement

Die Corona-Pandemie hat aber einiges erschwert. „So eine Situation ist natürlich extrem schade“, findet der Coach und bedauert, dass seine Schützlinge die Oberliga, die ihr größter Erfolg ist, noch nicht richtig genießen konnten. Nach drei Spielen hatte der Aufsteiger 2:4 Punkte auf dem Konto, und ein spielerischer Aufwärtstrend nach anfänglicher Nervosität war unverkennbar. „Das Problem war das Ankommen in der Liga. Der Aufwand ist hoch, Video-Training war unbekannt, Selbstdisziplin gefordert. Da war vieles neu, aber alle, auch die, die nicht in der ersten Reihe stehen, sind mit viel Engagement bei der Sache“, freut sich Baumann.

Die Hoffnung, weiterhin ihr Können in der höchsten Spielklasse des Bundeslandes zu zeigen, schwand aber spätestens Mitte Dezember, als die Infektionszahlen stiegen. Und als vergangene Woche der Abbruch der Saison bekannt wurde, hatte auch der erfahrene Coach eine Premiere. „Am Schmutzigen Donnerstag konnte ich noch nie den Klassenerhalt feiern“, lacht Baumann und erinnert daran, dass im Handball nach Fasnacht traditionell die wichtige Zeit kommt: „Da gibt es immer viele Kranke, da entscheidet sich oft das Rennen.“

Doch diesmal ist alles anders. Im Moment hält man den Kontakt mit Zoom-Meetings und Zoom-Trainings, daneben geht es bei der Challenge „Alt gegen Jung“ um Kilometersammeln beim Laufen, Radfahren und Wandern. 

Impfproblematik

Immerhin ist mit dem Saisonabbruch den Spielerinnen ein Rucksack von den Schultern genommen. „Alleine die Tatsache, dass bei einem Re-Start nur drei Wochen Vorbereitung zur Verfügung stehen sollten, hat die Mädels sehr belastet und sie mächtig unter Druck gesetzt“, gibt Baumann einen Einblick in die Psyche der jungen Spielerinnen. Und das nächste große Thema – die Impfproblematik – beschäftigt nicht weniger.

Derweil geht es auch um die Kaderplanung für kommende Saison. Mit Marie Lipps (HSG Freiburg) steht eine prominente Rückkehrerin bereits fest. Weitere Zugänge könnten folgen. „Leider können wir aber potenzielle Neuzugänge nicht zu einem Probetraining einladen“, bedauert Baumann. Es ist die gleiche Situation wie vor einem Jahr. Und sie zeigt: So viel hat sich in einem Jahr gar nicht verändert.

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