SG-Trainer Michael Schilling bleibt mit seinem Team in der Oberliga. ©Christoph Breithaupt
Im Losverfahren um den Aufstieg in die 3. Handball-Liga stand der TSG Söflingen das Glück zur Seite. Die SG Köndringen/Teningen ging leer aus.

Der ein oder andere war bis zum Schluss skeptisch, ob es tatsächlich zum Losentscheid kommen wird, doch zur besten Frühstückszeit am Mai-Feiertag wurde es ernst: Im Rennen um den letzten verbliebenen Aufstiegsplatz in die 3. Handball-Liga Süd der Männer lagen zwei Kugeln in der Glasschüssel. Aufgenommen von einer Video-Kamera, zog Johannes Kern, Vorsitzender des Landesausschuss Spieltechnik bei Handball Baden-Württemberg, die TSG Söflingen als erstes heraus: Das Team aus Ulm steigt damit in die 3. Liga auf, die SG Köndringen/Teningen bleibt ein weiteres Jahr in der Oberliga Baden-Württemberg.

Keine Depression

 

„Man muss die Entscheidung sportlich nehmen. Sie ist natürlich sehr schade für uns, stürzt uns aber auch nicht in tiefe Depression. Es war wie zuvor eine 50:50-Chance“, sagte der in Altenheim beheimatete SG-Trainer Michael Schilling nach der Auslosung und kritisierte noch mal das Prozedere: „Unterm Strich hat mir vom Verband von Anfang bis Ende die Souveränität gefehlt, um die Aufsteiger zu ermitteln.“

Bekanntlich hatte Handball Baden-Württemberg zwei Aufstiegsplätze zur Verfügung. Mit TSV Neuhausen/Fildern, TSG Söflingen, SG Köndringen/Teningen und TV Bittenfeld II hatten vier Mannschaften gemeldet. Da die Inzidenzen derzeit so hoch sind, dass die Ausübung von Kontaktsport in der Halle (Voraussetzung ist ein Inzidenzwert von vier Wochen in Folge unter 50) noch in weiter Ferne liegt, „sehen wir in Baden-Württemberg keine Chance, Entscheidungsspiele auszutragen“, erklärte Peter Knapp, Vorstandsvorsitzender von Handball Baden-Württemberg. So bat der Verband die Vertreter der vier Vereine, sich auf zwei Aufsteiger festzulegen. Da waren sich alle Beteiligten einig, dass der TSV Neuhausen/F. aufgrund der Ergebnisse in der Vergangenheit am stärksten einzuschätzen ist und somit als Aufsteiger gemeldet werden soll. Bittenfeld II hatte zurückgezogen, so verblieben am Ende nur noch Köndringen/Teningen und Söflingen im Aufstiegs-Rennen, wobei ein inoffizielles Ranking die Breisgauer in der Summe der vergangenen Jahren im Vorteil gesehen hatte. Der Verband entschied sich aber für das Losverfahren.

Sportlicher Aufstieg das Ziel

Die TSG Söflingen darf nach Bestätigung durch den Deutschen Handball-Bund – genau wie der TSV Neuhausen/F. – den Trainingsbetrieb wieder aufnehmen. Denn die 3. Liga fällt unter die Spitzensportverordnung – dort ist Trainings- und Spielbetrieb erlaubt.
Bei der SG Köndringen/Teningen will man nun, so Michael Schilling, „den Gegenwind in Rückenwind“ umwandeln. „Unser Fokus für die kommende Saison muss nun darauf liegen, alles dafür zu tun, um dann sportlich den Aufstieg zu schaffen“, erklärte der Coach. Darauf wird bereits hingearbeitet. So wird derzeit outdoor an verschiedenen Stationen in Zweier-Teams trainiert, „vielleicht ist demnächst auch eine Station in der Halle denkbar“, hofft Schilling, zumal der Inzidenzwert in Emmendingen unter 100 liegt.

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