U23 der HSG Konstanz vor Erstliga-Reserve aus Stuttgart gewarnt.


Nach einem furiosen Saisonstart und acht Siegen in den ersten acht Spielen nach dem Wiederaufstieg ist die U23 der HSG Konstanz endgültig auf dem harten Boden des Oberliga-Alltags und im Haifischbecken vierte Liga angekommen. Nach einigen Negativerlebnissen in den letzten Wochen hofft Trainer Matthias Stocker mit der jüngsten Mannschaft der Liga am Sonntag, 14.30 Uhr, beim großen HSG-Heimspieltag mit A-Jugend-Bundesliga um 12.45 Uhr und dem Drittliga-Match um 17 Uhr auf den Befreiungsschlag.

Woche für Woche hatte Stocker gewarnt, dass seine im Schnitt erst 20,78 Jahre alte Mannschaft irgendwann in eine schwierige Phase kommen könnte, ja würde. Dass die Erfolgsserie der HSG-Talente so lange andauert war für keinen absehbar. Nun jedoch sagt Stocker: „Je länger die Erfolgsserie gedauert hat, desto schwerer ist es jetzt, aus der aktuellen Lage herauszukommen.“ Jetzt die Form und das Selbstvertrauen aus den ersten Spielen wiederzuerlangen sei schwer. Für Stocker ein Beleg, wie eng das Niveau in der Oberliga beieinander liege.

Wie wellenförmig dabei der Weg, gerade einer jungen Mannschaft, verlaufen kann, zeigt die Kurze des kommenden Gegners. Der Erstliga-Reserve des TVB Stuttgart gelangen als Aufsteiger 9:3 Punkte in den ersten Spielen. Danach folgten vier Niederlagen und 0:8 Punkte am Stück. Die letzten drei Partien konnten die Württemberger dann wieder allesamt für sich entscheiden. Die hohe Qualität und das gute Abschneiden des TVB sind dabei keine großen Überraschungen. Vor Rundenbeginn kamen die ehemaligen Bundesligaspieler Daniel Sdunek und Martin Kienzle – aktuell bester Feldtorschütze der Oberliga – hinzu. Überdies können Kapitän Alexander Bischoff, die beiden Spielmacher Alexander Heib und Marvin Gille, Rückraumspieler Florian Burmeister, Torhütertalent Nick Lehmann und Abwehrchef Fabian Bohnert ebenfalls schon auf Bundesligaeinsätze zurückblicken.

In puncto Erfahrung ist die U23 der HSG Konstanz somit auch im Duell der beiden einzigen Reserveteams der Oberliga im Hintertreffen. Doch Stocker plagen ohnehin andere Sorgen. Nach Auswertung des Videomaterials zum Spiel in Ulm sagt er: „Das war erschreckend schwach von uns. Es war keine Bereitschaft in der Abwehr zu erkennen.“ Daraufhin gab es offene Gespräche und das Ergebnis, dass „wir uns so nicht mehr präsentieren wollen und können“, so der HSG-Coach. „Sonst scheppert es gegen Bittenfeld richtig.“ Der TVB verfügt mit 407 Treffern über die derzeit zweitbeste Offensive der Liga und ein brandgefährliches Tempospiel. „Es zählen“, fordert Stocker, „gerade jetzt vor allem die Grundtugenden. Es kommt eine echte Hausnummer auf uns zu, da muss jeder wieder bei 100 Prozent sein, mehr Wille, Herz, Leidenschaft und Selbstvertrauen zeigen.“

22 Fehlwürfe und 14 technische Fehler wie in Ulm darf sich die HSG-Talentschmiede nicht noch einmal erlauben. Vor allem in Sachen Bereitschaft und Abwehrverhalten verspricht sich Matthias Stocker eine Reaktion von seiner Mannschaft, die die gefährliche Achse um den Rückraum und Kreisläufer des TV Bittenfeld unter Kontrolle bekommen muss. „Das wird ein Brett“, erklärt Stocker und hebt die geballte Offensivkraft und den guten Lauf des Gegners hervor. Zugleich traut er seinem Team zu, viel aus der letzten Partie gelernt zu haben und sagt: „Vor unserem eigenen Publikum wollen wir nach drei Auswärtsspielen in Folge wieder ein anderes Gesicht zeigen.“ An das Leistungsniveau des Herbstes herankommen, alles reinwerfen und „das Maximale herausholen“, lautet der Appell des 30-Jährigen.

HSG Konstanz  TVB 1898 Stuttgart

 

 

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