Wechsel-Spiel: Drei echte Neue, ein Rückkehrer, ein »Comebacker« und einer, der nie richtig weg war. TuS-Trainer Nico Baumann sieht sein Team für die kommende Oberliga-Saison personell gut aufgestellt.


Zehn Jahre nach dem Abstieg aus der Handball-Oberliga spielt der TuS Schutterwald wieder in der vierthöchsten Liga. Das Ziel ist der Klassenerhalt, der Traum von Trainer Nico Baumann ein einstelliger Tabellenplatz. Personell sieht sich der Traditionsverein vor dem Auftakt am 7. September zu Hause gegen Titelfavorit Pforzheim/ Eutingen gut aufgestellt.

Vergangene Woche hatten die Handballer des TuS Schutterwald noch mal trainingsfrei. Regenerieren war angesagt. Luft holen im Endspurt der Vorbereitung, heute geht es weiter. »Wir werden jetzt ziemlich viel spielen, um uns den Feinschliff zu holen«, erklärt Trainer Nico Baumann. Das Timing stimme noch nicht ganz. Daran gelte es nun zu arbeiten, »denn in der Oberliga sind Kleinigkeiten entscheidend«.

Sehr gut, berichtet der Coach, verlaufe die Integration der Neuen, deren Zahl sich während der Vorbereitung von drei auf sechs erhöht hat. Steffen Dold, Michael Herzog und Matthias Langenbacher waren schon Ende vergangener Saison fix, danach wurde es aber noch mal interessant. So kam Mathis Vornholt aus privaten Gründen in die Ortenau und wechselte zum TuS, entschloss sich David Körkel nach dreijähriger verletzungsbedingter Auszeit zum Comeback in der ersten Mannschaft und packte Ende Juli Philipp Harter nach nur einer Woche in Konstanz seine Koffer wieder und kehrte in die Ortenau sowie zum TuS zurück.

Körkel wieder dabei

Gerade auf das Comeback von David Körkel sind natürlich viele gespannt. »Es ist überragend, dass er es noch mal probiert. Wir erwarten auch nicht, dass er 30 Minuten durchspielt«, betont Baumann, »aber er kann für Entlastung sorgen«. Da sich Felix Zipf den Daumen gebrochen hat und nach einer Operation frühestens im fünften Spiel einsatzbereit sein wird, fällt schon mal einer von vier Linkshändern definitiv aus. Glücklich ist man beim TuS natürlich auch über die Rückkehr von Michael Herzog nach zwei Jahren in Hofweier. »Er war schnell wieder drin, ist ein feiner Kerl und versteht alles. Man merkt nicht, dass er weg war«, freut sich Baumann.

Eigentlich gar nicht weg war Philipp Harter. Seine persönliche Entscheidung, seine nahe Zukunft in der Heimat und nicht in der Fremde zu gestalten, bezeichnet der TuS-Coach »für uns als Supergewinn«. Der 19-Jährige wird in seinem ersten vollen Aktiven-Jahr die Qualität im Team deutlich anheben und wohl verstärkt halbrechts zum Einsatz kommen.

Ganz links wird Mathis Vornholt auftauchen. Der 24-Jährige war beim West-Drittligisten SG Menden Leistungsträger und Spielführer und konnte in den zwei Wochen, die er erst mittrainiert, vollauf überzeugen. »Er hat viel Erfahrung, wirft überlegt und ist schon relativ gut integriert «, freut sich Baumann.

Noch Anlaufzeit benötigt Matthias Langenbacher. Der Sprung von der Bezirksklasse, auch wenn der 22-Jährige dort zweitbester Torschütze war, in die Oberliga wird immens sein. »Seine Rolle bei uns ist eine andere. Er muss sich am Anfang sicherlich über die Abwehr in die Mannschaft spielen«, beugt Baumann allzu hohen Erwartungen vor. Viel Routine bringt dagegen Torwart Steffen Dold mit. Der Nachfolger von Felix Heuberger, der sich auf seinen Posten als Sportlicher Leiter konzentriert, hat schnell ins Team gefunden. Von Vorteil war sicherlich, dass er schon vergangene Saison ab und an mit der Mannschaft trainierte. »Ein Supertyp, der sich überall einbringt. Ich hoffe, dass er auch der Mannschaft den Rückhalt geben kann«, so Baumann, der darauf baut, dass der gebürtige Württemberger Dold auch noch den ein oder anderen Gegner kennt.

Eine neue Rolle wartet auf Julian Seigel. Den 21-Jährigen zog es von Linksaußen auf die Mitte, seine Lieblingsposition. »Die Erfahrung fehlt noch. Aber er kann in den kommenden Jahren Mittelmann Nummer eins beim TuS werden«, ist der Trainer überzeugt.

Frech und unbekümmert

Alles in allem sieht Baumann mit Co-Trainer Karlheinz Wolpert den Kader personell gut aufgestellt für die Oberliga. Die Aufgabe ist gleichwohl schwer. Es geht um den Klassenerhalt, darüber hinaus darf geträumt werden. »Einstellig wäre schön«, gibt Nico Baumann seine persönliche Hoffnung preis und weiß: »Dafür muss alles passen.« Doch es wäre schön, »dem TuS Schutterwald höherklassig wieder einen Namen zu geben«, so der 37-Jährige. Die Gegner, da macht er sich nichts vor, seien körperlich überlegen. »Also müssen wir mit jugendlicher Leichtigkeit und frischem Wind punkten.« Anders ausgedrückt: Frech sein, unbekümmert sein. Ohne Angst vor großen Namen.

Mit der SG Pforzheim/Eutingen (7. September) und dem TVS Baden-Baden (20. September) erwartet der TuS gleich die beiden Topfavoriten, dazwischen gibt der TSV Zizishausen (15. September) seine Visitenkarte in der Mörburghalle ab. »Wir können mit 0:6 Punkten starten, vielleicht schaffen wir auch 2:4«, sagt Baumann. Sicher ist für ihn dagegen: »Für uns wird jedes Spiel zum Endspiel. «

Der Kader:
Tor: Raphael Herrmann, Steffen Dold, Paul Klumpp, Tobias Moser.
Feld: Finn Weisser, Steven Heintz, Mathis Vornholt, Bastian Hug, Tim Heuberger, Matthias Langenbacher, Christoph Baumann, Julian Seigel, Andreas Bachmann, Dominik End, David Körkel, Felix Zipf, Michael Herzog, Philipp Harter, Fabian Huck, Timo Erlenwein, Rene Wöhrle.

Trainer: Nico Baumann (3. Saison); Co-Trainer: Karlheinz Wolpert (3. Saison).

Abgänge: Felix Heuberger, Max Möschle (beide Karriere beendet).
Zugänge: Steffen Dold (TV Oberkirch), Mathis Vornholt (SG Menden Sauerland Wölfe), Matthias Langenbacher (SG Hornberg/Lauterbach/Triberg), Michael Herzog (HGW Hofweier), Paul Klumpp, Tobias Moser, Bastian Hug, Dominik End (alle eigene Jugend), Finn Weisser (2. Mannschaft), David Körkel (3. Mannschaft).

TuS Schutterwald

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