Die Freude ist groß bei der U23 der HSG Konstanz. Am Sonntag, 18 Uhr, kommt es zum ersten Heimspiel der neuen Oberliga-Saison in der Schänzle-Sporthalle.


Dabei darf sich die Zweitliga-Reserve auf einen echten Kracher gegen Drittliga-Absteiger und Aufstiegs-Topfavorit TSV Neuhausen/Filder freuen.

Es ist gar nicht lange her, da entführten die Württemberger einen Punkt aus Konstanz – in der 3. Liga gegen die erste Mannschaft der HSG, die kurz darauf den Aufstieg in die 2. Bundesliga realisierte. 32:32 hieß es Mitte April. Nun darf sich der Konstanzer Nachwuchs gegen Neuhausen versuchen, das mehr als unglücklich aus der 3. Liga abgestiegen ist. Weil man am Ende punktgleich mit dem TV Willstätt war, musste man trotz des klar besseren Torverhältnisses zwei Entscheidungsspiele um den Klassenerhalt absolviere. In der 3. Liga ist bei Punktgleichheit der direkte Vergleich entscheidend. Das Kuriose: Beide Teams hatten je einmal 28:26 gewonnen. Nach zwei zusätzlichen Duellen musste Neuhausen nun den bitteren Gang zurück in Liga vier antreten. Doch kaum eine Mannschaft konnte sich auch so oft wieder nach oben verabschieden wie der TSV. So ist das Ziel der selbsternannten „Mad Dogs“ eindeutig: Direkter Wiederaufstieg. Dafür wurde der Kader weitestgehend zusammengehalten und mit dem erstligaerfahrenen Torwart Magnus Becker noch hochkarätig verstärkt.

Klar, dass man auf Seiten der jüngsten Mannschaft der Saison nach der Enttäuschung in Teningen einem der Saisonhighlights entgegen fiebert. „Wir haben unser erstes Heimspiel“, lächelt HSG-Trainer Matthias Stocker. „Wir gehen mit viel Spaß da ran, gegen eine eigentliche Drittligamannschaft spielen zu dürfen.“ Dafür sprechen für Oberliga-Verhältnisse absolute Ausnahmespieler wie Hannes Grundler und Timo Durst, die mit elf beziehungsweise sechs Treffern im ersten Spiel schon eine Duftmarke setzen konnten. Der 37:25-Kantersieg des TSV Neuhausen/Filder gegen die hochgehandelte Erstliga-Reserve des TVB Stuttgart war das passende Ausrufezeichen hinter die formulierten Saisonziele.

Auf Seiten der Gelb-Blauen musste man sich nach dem turbulenten 32:34 im Breisgau erst einmal schütteln. Man habe die richtigen Schlüsse daraus gezogen und das Derby verdaut, macht Stocker klar. Etwa jene, dass man ein ordentliches Spiel gemacht habe, aber „eine  schwierige Auftaktaufgabe“ in Teningen bei einem der Mitfavoriten hatte. „Wir wissen“, so der HSG-Coach, „dass, wenn wir etwas besser spielen, ein oder gar zwei Punkte drin waren. Dennoch war die Leistung für das erste Spiel okay.“ Selbst die Abwehrarbeit beurteilt er nach der Nachbetrachtung „viel besser, als es den Anschein machte. 40 Minuten war das vernünftig.“

Allerdings dürfte die zweite Begegnung gegen einen womöglich noch stärkeren Gegner nicht einfacher werden. Stocker: „Neuhausen ist sehr erfahren und hat viele Spieler, die schon viele Schlachten in der 3. Liga geschlagen haben. Da kommt in der Abwehr und im Angriff ein Brett auf uns zu.“ Umso mehr hofft der 31-Jährige darauf, dass sein Team trotz der ungewöhnlichen Anwurfzeit auf zahlreiche Unterstützung von den Rängen bauen kann. Das Ziel der HSG-Talente ist schließlich denkbar einfach: So gut wie möglich spielen und 60 Minuten dagegen halten. „Aber es muss“, macht sich Stocker keine Illusionen, „schon sehr viel für uns passen. Wir brauchen einen schnellen Ball und Qualität im Abschluss, einen Sahnetag in allen Bereichen.“ Zumindest personell stehen die Vorzeichen nicht schlecht. Alle Langzeitverletzten sind mittlerweile wieder ins Training eingestiegen. Ob Lars Michelberger, Jonas Löffler, Simon Storz und Moritz Ebert aber schon am Sonntag wieder einsetzbar sind, wird sich kurzfristig entscheiden. Der Appell des Trainers an seine Mannschaft lautet Angriff: „Wir dürfen trotz des Namens und des ersten Ergebnisses nicht zu viel Respekt haben. Ziel ist es, das Spiel so lange wie möglich offen zu halten. Dann sehen wir, was dabei herauskommt.“ (Bild: Pisa)

Spielbeginn: HSG Konstanz U23 – TSV Neuhausen/Filder, Sonntag, 18 Uhr, Schänzle-Sporthalle.

HSG Konstanz  TSV Neuhausen/Filder

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