Seit nunmehr einem Monat bereitet sich Handball-Landesligist SG Scutro intensiv auf den für Anfang Oktober angesetzten Saisonstart vor. Ähnlich wie bei allen anderen Teams in der Region wurde während der Corona-Pause individuell gearbeitet. 

Bereits im ersten Training konnte eine Mannschaft vorgefunden werden, die teilweise fitter schien als am Ende der Vorbereitung mancher Jahre zuvor. Diese schon beinahe außergewöhnliche Fitness, in Verbindung mit einem großen Kader möchte man sich selbstverständlich vor allem in der Abwehrarbeit zu Nutzen machen. Trainer Axel Schmidt zeigt sich versuchsfreudig: „Gerne möchte wir eine 3-2-1- Deckung als Variante in unser Repertoire mit aufnehmen. Bei guter und disziplinierter Ausführung ist es die einfachste Möglichkeit, um den Gegner dauerhaft unter Druck zu setzten und immer wieder Ballgewinne verzeichnen zu können. Natürlich werden wir aber auch weiter an unseren bewährten Varianten arbeiten“.

Drei halbe Neuzugänge


Mit A-Jugendspieler Luca Winter steht ein junger und motivierter Kreisläufer im Kader. Aus der Jugend kennt er sowohl im Angriff als auch in der Abwehr das Grundsystem und hatte daher keine Integrationsprobleme. Zusammen mit Chris Lederer und Maximilian Lischke, von dem man sich nach einer eher durchwachsenen letzten Saison einiges verspricht, bildet Winter das Kreisläufertrio.

Simon Heitzmann rotiert durch den Zusammenschluss mit dem SV Schutterzell aus der SG Scutro II in die erste Herrenmannschaft. „Simon hat von Anfang an gezeigt, dass er Bock auf die Landesliga hat. Außerdem kennt man ihn auch in Schuttern schon sehr gut, denn Simon hat alle Jugendmannschafften bei der damaligen SG Schuttern/Schutterzell durchlaufen. Bereits nach dem Teamevent am Wochenende vor Vorbereitungsstart war Simon voll integriert und eigentlich nicht mehr als Neuzugang zu sehen. Wir freuen uns ihn in der Mannschaft zu haben!“, so Mannschaftsverantwortlicher Bernhard Eble. Seine Qualitäten konnte er jedenfalls bereits in einigen Trainingseinheiten und Testspielen unter Beweis stellen.

Bei der Integration des dritten Neuzugangs, Robin Dittrich, der vom HGW Hofweier zurück zu seinem Heimatverein kommt, macht sich Coach Axel Schmidt ebenfalls keine Sorgen. Alles in allem also beste Voraussetzung, bereits früh mit Feinjustierungen in Abwehr und Abgriff einen Schritt nach vorne machen zu können.

Spannung bereits spürbar


„Ich bin inzwischen schon einige Jahre dabei, aber solch eine Trainingsintensität über Wochen weg in jedem Training habe ich bis dato noch nicht erlebt. Es macht einfach wahnsinnig Spaß mit den Jungs zu trainieren und dem Saisonstart entgegen zu fiebern“, so Benjamin Priebe, der nach langer Verletzungspause wieder voll im Training steht und dem Team mit seiner Erfahrung sowohl spielerisch als auch als Führungspersönlichkeit weiterhelfen soll.

Die Mischung zwischen den jungen Wilden und den bereits etwas erfahreneren Mannschaftsteilen wird jedenfalls stimmen. Und über fehlende Motivation wird in dieser Mannschaft in naher Zukunft sicherlich auch nicht gesprochen werden. Nach bereits drei teilweise völlig vergeigten Rückrunden in Folge, kann man von außen bereits jetzt fühlen, dass hier etwas in der Luft liegt. Das Team um den ehemaligen Bundesligaspieler Axel Schmidt will daher auch in der Rückrunde eine entsprechend gute Leistung anbieten. Jedoch ist man sich natürlich auch bei der SG Scutro bewusst, dass eine vollständig durchgeführte Saison alles andere als sicher ist. „Jedes Spiel kann das letzte Spiel sein, und somit muss jedes Spiel schon beinahe als Endspiel betrachtet werden. So werden wir ab Saisonstart von Woche zu Woche in die Spiele gehen“, so Co-Trainer Maik Keller.

Gemischte Leistungen in den Vorbereitungsspielen


Der aktuelle Trainingsstand konnte bereits gegen den TuS Altenheim , den HGW Hofweier und am vergangenen Donnerstag gegen die ebenfalls neufusionierte SG Elgersweier/Ohlsbach getestet werden. Verletzungsbedingt musste man allerdings kurzfristig gegen Altenheim und Hofweier auf einigen Positionen umbauen. Trainer Axel Schmidt standen in diesen Spielen weder ein gelernter Linksaußen noch ein Kreisläufer zur Verfügung. Zusätzlich kamen noch zwei bis drei deutlich angeschlagene Spieler dazu. Dennoch wollte man die Chance gegen die beste Mannschaft der Südbadenliga nutzen und ein ordentliches Spiel aufs Parket legen. Mit Erfolg. Selbstverständlich hat vor allem in der Abwehr noch einiges gefehlt.

Rückblickendend kann man sagen, dass das Team ab diesem Test immer konsequenter und somit auch besser in der Abwehr steht. Vier Tage später erfolgte das zweite Trainingsspiel gegen den HGW Hofweier. Die Grün-Weißen hatten ihrerseits in den Wochen zuvor gegen die beiden Oberligisten TuS Schutterwald und gegen Baden-Baden -sehr gute Ergebnisse erzielen können. Somit war eine disziplinierte Leistung nötig, um ergebnistechnisch nicht zu stark unter die Räder zu geraten. Die bisher beste Leistung der SG bescherte allerdings einen verdienten 28:22-Erfolg in heimischer Halle. Im letzten Trainingsspiel gegen die SG Elgersweier/Ohlsbach musste man sich allerdings mit 34:40 geschlagen geben. „Kein Beinbruch. Heute hat man gesehen, was passiert, wenn man durchgängig einen Schritt weniger als der Gegner macht. Das wollen wir bis Saisonstart unbedingt abstellen“, so ein kurzes Fazit von Schmidt nach dem Spiel.

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