Die Herren 1 der HSG Freiburg gewinnen dank einer erneut überragenden Abwehr und einem phasenweise unüberwindbaren Markus Lais zwischen den Pfosten auch ihr erstes Heimspiel gegen den TuS Ringsheim.


Das Ergebnis von 24:21 ist dabei das gleiche wie eine Woche zuvor in Wolfach, doch ist es dieses Mal deutlich zufriedenstellender. Die Ringsheimer waren mit einigem Rückenwind nach Freiburg gereist und hatten nach ihrer Leistung im ersten Spiel gegen den Lokalrivalen aus Herbolzheim, den sie teilweise mit 12 Toren Differenz dominiert hatten, sicher den besseren Saisonstart.

Im Breisgau hatte man sich aber bestens auf die agile und aggressive 5-1 Abwehr des TuS vorbereitet und stand ihr daher nicht so ideenlos gegenüber wie der TVH. Von Anfang an war den Freiburgern anzumerken, dass sie in ihrer eigenen Halle keine Gastgeschenke verteilen und um jeden Zentimeter kämpfen würden. Vor allem in der Abwehr war eine hohe Grundaggressivität von den Außenpositionen bis in den Innenblock spürbar. Bis sich dies jedoch im Ergebnis niederschlug sollte es wieder einige Minuten dauern, so lag die HSG beim 4:6 in der 12. Minute noch mit zwei Toren zurück. Doch dann legten die Gastgeber den Hebel um und konnten in der nächsten Viertelstunde auf 5 Tore davonziehen und einen 7:0 lauf starten.

Markus Lais im Gehäuse der Hausherren zeigte sich wie bereits in Wolfach glänzend aufgelegt und entschärfte zwei der ersten drei Strafwürfe im Duell gegen Gabriel Kaufmann und Steffen Stocker.

Die Angriffe wurden unter der Führung von Lorenz Franz klar strukturiert vorgetragen. Dieser hatte sich offensichtlich viel vorgenommen und konnte über das gesamte Spiel 8 Tore erzielen. Bis zur Pause konnten die Gäste dann jedoch drei Tore in schneller Folge erzielen und den Abstand um ein Tor zum Halbzeitstand von 13:9 verkürzen. Nach der Pause sah es dann lange so aus als ob die Freiburger, die permanent vier oder fünf Zähler vorlegen konnten, das Spiel kontrolliert über die Ziellinie würden bringen können. In dieser Phase fighteten beide Mannschaften zwar weiter doch es fehlte gefühlsmäßig das gewisse Etwas, vielleicht das vielzitierte Momentum das der HSG in Durchgang eins ermöglicht hatte ihren Kasten für ganze 15 Minuten sauber zu halten. Dafür kam in den letzten Minuten ein anderes gewisses Etwas in der Gerhard Graf Halle auf: nämlich Spannung.

Langsam hatte sich der TuS wieder in gefährliche Schlagdistanz gekämpft und konnte durch ein Tor von Janik God zwei Minuten vor Schluss den Abstand auf zwei Tore zum Stand von 22:20 verkleinern. Als Jannis Konrad 80 Sekunden vor Schluss vom Kreis mit einem eiskalten Heber zum 23:20 erhöhen konnte hätte die Messe gelesen sein können, doch die Gäste verkürzten postwendend erneut. Doch nun wurde es erst richtig hektisch. Nach einem Ballverlust im Angriff foulte Christoph Muy einen Gästespieler bei dem daraus resultierenden Konter und wurde daher direkt disqualifiziert.

Mit etwa 20 Sekunden auf der Uhr stand Gabriel Kaufmann am Siebenmeterstrich mit der Möglichkeit des Anschlusstreffers. Doch nun schlug die Stunde des Josip Buntic, der bis zu diesem Zeitpunkt noch keine Sekunde der Saison 2017/18 auf der Platte verbracht hatte und in völliger Seelenruhe ins Tor schritt um den Strafwurf zu parieren.

Dennis Ganter setzte mit der Sirene den Schlusspunkt zum 24:21 und der Rest war blauer Jubel. Die Wachter/Schweizer Sieben kann sich somit dank einer wiederholt überragenden Deckung und eines starken Torhütergespanns zwei weitere Punkte anrechnen lassen.

Viel Zeit um Stolz auf diese Leistung zu sein haben die Freiburger aber nicht, da bereits am 3.10 um 18:30 in Steißlingen ein weiteres Spiel ansteht. In Steißlingen hatten die Freiburger im letzten Jahr eine schmerzhafte Niederlage einstecken müssen. Daher wird man gewarnt sein. Die Tatsache, dass vorher kein weiteres Training möglich ist um sich auf den Gegner, der mit einem Sieg gegen Mimmenhausen in die Saison gestartet war, vorzubereiten macht die Aufgabe nicht einfacher. Die Ausgangslage für die Gastgeber ist aber noch weniger rosig, da diese am Sonntag ihr Spiel bestritten. Wenn die gute Leistung aus dem letzten Spiel mit an den Bodensee genommen werden kann, stehen die Chancen gut, dass auf den zweiten Streich der Dritte folgt (sogleich).

HSG Freiburg - TuS Ringsheim 24:21 (13:9)

HSG Freiburg: Markus Lais, Timo Friedrich (2), Janosch Sauer, Maik Wiggenhauser (3), Simon Stecher, Dennis Ganter (1), Lukas Klein (3), Christoph Muy (3), Jannis Konrad (1), Tobias Motz (3), Josip Buntic, Lorenz Franz (8/3), Tobias Leupolz; Trainer: Patrick Schweizer

TuS Ringsheim: Thomas Kölblin (1), Maximilian Jägle (1), Stefan Kaufmann (2), Janik God (4), Steffen Stocker (2), Khaled Metwally, Florian Lindemann, Sebastian Morga, Andreas Motz (1) - Arthur Buchmiller - Lukas Hildebrand (2), Jan Schlötzer (2), Gabriel Kaufmann (6/3); Trainer: Volker Klatt

Schiedsrichter: Frank Schneider (TuS Ottenheim), Marius Wacker (TV Seelbach)

Zuschauer: 90

Gelb: Tobias Leupolz (2.) (2:43), Timo Friedrich (15:38), Tobias Motz (2.) (20:40) / Florian Lindemann (2.) (4:04), Lukas Hildebrand (2.) (4:31), Arthur Buchmiller (23:41)

Rot Disqualifikation: Christoph Muy (59:36) / -

Strafminuten: 4:4

2 Minuten: Timo Friedrich (43:48), Lukas Klein (46:36) / Florian Lindemann (45:58), Andreas Motz (58:28)

Vergebene Siebenmeter: - / Steffen Stocker, Gabriel Kaufmann, Gabriel Kaufmann

HSG Freiburg   TuS Ringsheim

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