Der Südbadenligist HTV Meißenheim hat ein neues Trainergespann um Christian Huck und baut eine neue Mannschaft auf. Die Routiniers wollen allerdings kürzertreten, das „Wie“ ist aber noch nicht geklärt.

Knapp drei Wochen sind die Handballer des HTV Meißenheim schon im Training, doch erst diese Woche kommt der Inhalt der Normalität wieder nahe: Zweikämpfe, Spielsituationen – auch der Ball ist wieder dabei. Kein Wunder, dass Neu-Trainer Christian Huck festgestellt hat: „Alle sind heiß.“

Für den 31-Jährigen, zuletzt Spielertrainer beim TV Bötzingen, war die Corona-Pause auch in anderer Hinsicht etwas Besonderes. Zwei Wochen nach Bekanntgabe, dass der gebürtige Willstätter, der in Niederschopfheim wohnt, zur neuen Saison das vakante Traineramt beim HTV übernehmen werde, kam der Lockdown. „So habe ich die Spieler relativ spät persönlich gesehen“, bedauert Huck. Dennoch hielt der Lehrer mit allen Kontakt, verschickte Videos und hat sich – als es zu zweit erlaubt war – mit den Akteuren getroffen. Es war wichtig, denn gemeinsam mit seinem ebenfalls neuen Co-Trainer Steffen Bertsch gilt es beim letztjährigen Abstiegskandidaten, der am Ende Rang zwölf belegt hatte, eine Mannschaft zu formen, die aus bisherigen Südbadenligaspielern, A-Jugendlichen und Akteuren aus der zweiten Mannschaft besteht.

Spürbare Aufbruchstimmung

Nach Ende der Zwangspause ist in Meißenheim Aufbruchstimmung zu verspüren. „Einigen hat die Pause richtig gutgetan. Die Jungs haben alle Bock“, ist der Eindruck von Huck, der aufgrund der Neustrukurierung immer wieder auch Teambuildingsmaßnahmen (unter anderem Fußballgolf und Crossfit) ins Training einstreut. Mit Pascal Fleig (TuS Schutterwald), Dennis Ammel und Torwart Kevin Wilhelm (beide TuS Altenheim) sind drei Abgänge zu verkraften. Mehr sollen es auf dem Papier auch nicht werden. Die immer mal wieder kolportierten Meldungen, wonach ältere Spieler ihre Karriere beenden wollen, kann der Trainer nicht bestätigen. „Komplett aufhören wird keiner“, versichert Huck: „Einige wollen kürzertreten. Es kann sein, dass das ein Training weniger bedeutet oder auch mal ein Spiel auszulassen. Doch noch sind wir in Gesprächen.“ 

Jugend bekommt Chance

Klar ist, dass der HTV verstärkt auf eigene Spieler setzt. Akteure wie Dustin Ammel und Luis Ehret, die parallel noch in der A-Jugend des TuS Schutterwald spielen, sind „absolut fester Bestandteil des Kaders“, betont Huck. Auch Felix Haag und Max Zürcher durften schon reinschnuppern, hochmotiviert nach einjähriger Zwangspause ist Aaron Leppert. „Unsere jungen Wilden sind hungrig“, ist Huck zuversichtlich, der zudem mit Patrick Velz aus der Reserve auf einen Mann bauen kann, der in der Torjägerliste der Bezirksklasse weit vorne war und gerade in der Abwehr eine wichtige Rolle spielen wird. Und Steffen Bader kehrt ins Tor zurück, nachdem er beruflich wieder in der Heimat tätig ist. 

Langfristig in Liga bleiben

Auch wenn der HTV bis zur Corona-Pause im Abstiegskampf der Südbadenliga steckte, betont Huck: „Für uns war klar, dass wir in der Klasse bleiben. Durch die Spielgemeinschaft der HSG Freiburg mit Landesliga-Südmeister HU Freiburg hätten wir allenfalls in die Relegation gehen müssen“, sagt der Coach, der seine Zusage ligaunabhängig gegeben hatte. Nach Gesprächen mit allen Akteuren war aber schnell klar, dass man in der Südbadenliga bleiben wolle und auf das Angebot des Verbands, der den Vereinen einen freiwilligen Abstieg angeboten hatte, verzichten würde. „Der HTV Meißenheim war zwar in den letzten Jahren immer eine Mannschaft, die sich zwischen Südbaden- und Landesliga aufgehalten hat, aber ich bin sicher, dass die Mannschaft das Potenzial zur Südbadenliga hat“, sagt Huck. Sich in dieser Klasse zu etablieren, ist der langfristige Anspruch von Verein, Trainer und Spielern.

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