Der TuS Ottenheim gehört zu jenen Mannschaften, die gerne als Corona-Aufsteiger bezeichnet werden. Eine Mannschaft, die beim Abbruch der Saison nicht Tabellenführer war, die aber dennoch aufsteigen durfte, weil der Verband dies auch den Zweitplatzierten erlaubt hatte. „Wir fühlen uns aber nicht als Aufsteiger zweiter Klasse“, hatte Trainer Ulf Seefeldt, der sich mit Markus Heimburger gleichberechtigt die sportliche Verantwortung teilt, aber schon im Frühjahr betont.


Südbadenliga zweigeteilt
Die kommende Saison in der Südbadenliga wird dennoch eine mit vielen Unbekannten sein. Die Corona-Situation schwebt wie ein Damoklesschwert über dem Sport, und die Auswirkungen stehen teilweise schon lange fest. So wird die Südbadenliga in zwei Gruppen geteilt: Jeweils die ersten vier Mannschaften spielen nach Hin- und Rückrunde den Meister aus, die letzten vier Mannschaften die Absteiger.


„Rang vier wäre natürlich super, da hätten wir im Januar­ den Klassenerhalt schon sicher“, lacht Seefeldt, um gleich hinterher zu schieben: „Das wollen aber natürlich alle.“ Die SG Muggensturm/Kuppenheim schätzt er in der Gruppe als die stärkste Mannschaft ein, dazu kommen mit dem HGW Hofweier und der SG Kappelwindeck/Steinbach zwei weitere Teams, die vergangene Saison vorne zu finden waren. 

Neuer Modus gute Lösung

Deshalb will man in Ottenheim derzeit den Fokus weniger auf eine Platzierung legen. „Unser Ziel ist, so gut wie möglich zu spielen“, so Seefeldt, der den neuen Modus eine gute Lösung findet: „Da wird die Spannung hochgehalten.“ 


Grundsätzlich ist der TuS-Coach überzeugt, „dass es in der gesamten Südbadenliga genügend Mannschaften gibt, mit denen wir auf Augenhöhe sind“. Und in der heimischen Rheinauenhalle „sind wir immer in der Lage, bessere Mannschaften zu schlagen“, erinnert Seefeldt an vergangene Zeiten, als der TuS von den Fans zu Höchstleistungen gepuscht worden ist. 


Mund-Nasen-Schutz
Doch die kleine Halle, das große Pfund im Kampf um die Punkte, könnte in Corona-Zeiten zum Handicap werden. Noch ist nicht klar, wie viele Zuschauer das Hygienekonzept vorsieht, doch Seefeldt ist sicher, „dass mittlerweile jeder bereit ist, auch in der Halle Mund-Nasen-Schutz zu tragen, damit er wieder mal ein Handballspiel sieht“. 


Im Moment sei es gleichwohl schwierig, alles einzuschätzen – „bis hin zu den Gegnern“, sagt Seefeldt, der sich wie viele seiner Kollegen auch die Frage stellt, wie das künftig angesichts der begrenzten Zuschauerzahl mit Spielbeobachtungen aussehen mag. 

Stabiler geworden

Sportlich ist das TuS-Trainer-Duo, das in seine dritte Saison geht, überzeugt, dass die Mannschaft stabiler geworden ist. Rückkehrer Lukas Bing, der die letzten beiden Jahren aus beruflichen Gründen bei Fortuna Köln spielte, sowie David Fritsch (vom HC Hedos Elgersweier gekommen), der nach einer Leisten-Operation wieder topfit ist, seien menschlich wie sportlich „richtige Verstärkungen“. Möglicherweise steht auch Hannes Emrich wieder zur Verfügung, abhängig davon, inwieweit er sein duales Studium in Konstanz auch online weiterführen kann. Während der vergangenen Saison ist zudem Torwart Alyn Ionut Ciofu, der im Europa-Park arbeitet, vom TV Oberkirch gekommen, hat aber erst ein Spiel für den TuS absolviert. „Es ist schön, dass wir auf allen Positionen doppelt besetzt sind. Und sechs nahezu gleichwertige Rückraumspieler hat auch nicht jede Mannschaft“, freut sich Seefeldt. 

Abwehr Schwerpunkt

Ein Schwerpunkt in der Vorbereitung war unter anderem die Abwehr. Die 6:0-Formation mit Chris Berchtenbreiter und Bastian Thielecke im Zentrum gehörte in der Landesliga zu den besten, jetzt geht es darum, „auch mal offensiver zu decken“, so der Coach, der seinen Schützlingen klar gemacht hat, dass sie sich in der Südbadenliga an „mehr Tempo, mehr Körperlichkeit und mehr Härte“ gewöhnen müssen.  


Erstmals wird das Team am 3. Oktober beim BSV Phönix Sinzheim gefordert werden, danach folgen Heimspiele gegen die SG Kappelwindeck/Steinbach und den TuS Helmlingen.

 

Der Kader

Tor: Tobias Bertsch, Alyn Ionut Ciofu, Ruben Ritter.

Feld: Nils Schneckenburger, Max Mattes, Yannick Metier, Chris Berchtenbreiter, Gabriel Kaufmann, Lukas Bing, Johannes Weide, Maximilian Betzler, Hannes Emrich, Paul Frenk, Vincent Funk, David Fritsch, Bastian Thielecke.

Trainer: Ulf Seefeldt und Markus Heimburger.

Neuzugänge: Lukas Bing (Fortuna Köln), David Fritsch (HC Hedos Elgersweier), Ruben Ritter (eigene Jugend).

Abgänge: Vincent Wussler (SG Ohlsbach/Elgersweier), Elias Wilhelm (TuS Altenheim), Axel Heimburger, David Heim (beide zweite Mannschaft).

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